05. August 2018 – 08. August 2018

Sonntag. Der Besuch ist bereits gestern weitergefahren. Ich wache – ohne Wecker – um fünf Uhr früh auf und freue mich über kühle Luft. Die (mit Verlaub) Klospülung hat sich anscheinend über Nacht selbst repariert: es fließt wieder Wasser, und es hört sogar auch wieder auf. Bis die Sonne hinter Wolken hervorkommt, sitze ich auf dem Balkon und lasse es mir wohl sein. Ich überfliege die Zeitung im Internet. Als Digitalabonnentin hänge ich schon morgens am Notebook, was mir nicht unbedingt gefällt. Zwischendurch Twitter und schnell ein bisschen Hausarbeit, bevor es wieder zu warm ist. (Für die Hausarbeit, nicht für Twitter.)

Frische Luft bekomme ich am Vormittag beim Lesen auf dem Südfriedhof. Man möchte es nicht glauben, aber es gibt da tatsächlich noch schattige Bänke. Außerdem gibt es einen Zaunkönig (mein erster überhaupt, diese winzigen Vögel kannte ich nur von Bildern), einen Eichelhäher und einen prächtigen Grünspecht, den ich leider durch einen Nies-Husten-Anfall vertreibe. Später sehe ich ihn wieder, ihn oder jedenfalls seinen Doppelgänger. Ein Tourist, ein finsterer Kerl, bleibt vor mir stehen, als wollte er mich erwürgen.  Schließlich schleicht er davon, nicht ohne mir im Gehen noch mörderische Blicke zuzuwerfen. Eine liebenswürdige alte Dame, die schlecht sieht, hat auf dem Friedhof die Orientierung verloren. Ich weise ihr den Weg, und sie spaziert lächelnd fort.

Dienstag Abend regnet es. Mich überrascht, wie wenige Leute sich über den Regen freuen. Ich jedenfalls laufe ohne Schirm durch die Straßen und lache mir ins Fäustchen. Nicht lange jedoch; kurze Zeit später hört der Regen auf und ein trockenes Gewitter folgt.  Am Abend überfallen mich finstere Gedanken, die ich nicht fortschieben kann.

Schon Mittwoch. Allenthalben klagt man über freche Kinder, ich auch, wobei wir alle das Problem eher bei den Müttern und Vätern sehen. Den kleinen Arroganzling aus der Nachbarwohnung übersehe ich zurzeit geflissentlich. Früher oder später wird er sich beschweren, dass die Nachbarin nie „Grüß Gott“ sagt, und dann wird er lernen müssen, dass junge Herren auch in Bayern erheblich ältere Damen, bitte schön, zuerst grüßen. Bub, ich bin so alt, dass ich schon deinem Vater das Grüßen beigebracht habe, und der war damals schon erwachsen (was es leider nicht einfacher gemacht hat).

Seit zwei Wochen habe ich nicht mehr getanzt. Ich bin zu alt für die handelsüblichen Tanzkurse, aber das einsame Vor-mich-hin-Choreographieren, wobei die Ergebnisse nie das Licht der Welt erblicken, langweilt mich auch schon seit längerem. Dabei hätte ich das Üben bitter nötig. Andererseits kann man im Flamenco nichts erzwingen, und deshalb beschließe ich  – ich, die ich schon im Hochsommer unter einem andalusischen Wellblechdach den Beton zu Brei gestampft habe – dass es auch heute einfach zu heiß zum Tanzen ist.

 

29. Juli 2018

Die Luft ist stumpf in der Stadt, und dabei wohne ich mehr oder weniger  im Grünen. Vorne der Friedhof, seitlich der Pfarrgarten mit großen alten Bäumen. Mein endlich einmal (fast) fertig bepflanzter Balkon lockt Hummeln, Bienen, Wespen, Meisen und Krähen an. Sogar Schmetterlinge scheinen dort ein temporäres Zuhause suchen zu wollen. Bis jetzt war der einzige Dauergast jedoch eine Raupe.

Um der Hitze der Großstadt zu entkommen, breche ich früh morgens zum See auf. Früh morgens ist relativ, aber auf jeden Fall klingelt der Wecker um fünf Uhr. Um sieben Uhr sitze ich im Zug, um halb acht fällt ein Baum auf die Gleise, weswegen die Fahrt per Schienenersatzverkehr fortgesetzt werden muss. Um halb neun bin ich am Zielbahnhof. Vorbei an einem Friedhof, auf dem ich nicht einmal begraben sein möchte, an Kuhweiden, auf die die Sonne brennt, hügelauf, hügelab, geschützt von einem roten Kopftuch. Ich begegne keiner Menschenseele, der erste Heuschnitt ist lange vorbei, die Kühe stehen schon auf der Weide, in den Wiesen ist erst einmal nichts mehr zu tun bis zum nächsten Melken. Rotschwänzchen jagen sich um die wenigen Bäume. Am Hof mit dem schönen Vieh beginnt der Waldweg. Ab da ist es kühl und schattig. Wildschweinspuren, ach nein, doch Menschen, mit einem Quad. Etwas oder jemand folgt mir, ein Reh, ein Mensch? Aus den Augenwinkeln meine ich, ein Wildschwein zu sehen, aber es ist dann doch bloß ein Baumstumpf. Das Rascheln neben mir begleitet mich bis zur nächsten Steigung. Abbiegende Waldpfade locken, aber ich habe heute nicht viel Zeit. Den Weg gehe ich sonst in umgekehrter Richtung. Der See ist blaugrün, an der Wiese, auf der in der Dämmerung sicher Rehe sein werden, bleibe ich stehen und versuche wieder einmal, mir vorzustellen, was der erste Mensch, der je in dieses Tal kam, gesehen haben mag. Die Brombeeren werden reif, noch ein, zwei Wochen und man wird sie pflücken können. Nicht ich, ich habe hier kein Heimatrecht und deshalb auch keine Brombeerstellen.

Der Wald setzt einem den Kopf zurecht, fast so wie das Meer. Schwierig nur, die Lektion im Gedächtnis zu bewahren, mitten im Großstadtalltag.

28. Juli 2018

Der Herr Schizophrenist hat mich an eine lang vergangene, leider oder zum Glück verkorkste, Affäre erinnert. Er fragte nämlich nach Heiligen mit schwarzer Hautfarbe, und mir fiel San Martín de Porres  ein. Dieser war mütterlicherseits ein Nachkomme afrikanischer Sklaven. Als ich mich einmal unglücklich verliebt hatte, meinte der beste Freund des Objekts meiner Sehnsucht, die Gunst der Stunde für sich nutzen zu können. Ich hatte keine Augen für ihn, denn meine Gefühle waren noch anderweitig gebunden. Mein Verehrer aber war ein rechter Casanova und ließ lange Zeit nicht locker. Auch er war Nachkomme schwarzer Sklaven und stammte aus Chincha, dem Zentrum der afro-peruanischen Kultur. Ich erinnere mich noch, wie er, ein  Medizinstudent und Musiker, während eines Konzerts einmal den baile negroide tanzte, sehr viel langsamer und weniger geschmeidig als die Herren im Video, aber mit einer großen inneren Spannung. Er war nach San Martín de Porres benannt. Übrigens starb er jung, bei einem Badeunfall.

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An der Bushaltestelle glüht die Jugend nach, oder ist das schon das Vorglühen für den kommenden Abend? Jedenfalls weiß ich jetzt, wem das feuerrot lackierte Hollandrad gehört, das seit Monaten meinen Neid weckt. Ich meine, giftgrün ist ja auch ganz schön, aber feuerrot? Oder gar himmelblau?

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Ich muss übrigens  ein sehr behütetes Leben geführt haben, da ich vor meinen bloggerischen und twitterösen Aktivitäten niemals mit dem Phänomen „Stutenbissigkeit“ konfrontiert war. In diesem und im letzten Jahr habe ich dieses Phänomen in der Tiefe sowie in der Breite genossen. Wobei ich sicherlich auch nicht frei von Sünde bin, aber ich bilde mir ein, dass meine Bissigkeit (stutenhaft oder nicht) eher eine Reaktion auf Angriffe  – oder was ich als Angriffe empfinde, man kann sich da ja auch sehr täuschen – als ein Angriff ist. Was mir auffällt: immer mehr Twitterer nutzen geschützte Accounts, die Blasen rücken enger zusammen, es wird mehr publiziert als kommuniziert.

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Getanzt: Sevillanas mit Kastagnetten, Tientos, Farruca. Heute mal etwas besser als sonst. Eine Petenera von Medina El Viejo gehört, die man aber nicht tanzen kann. Aufnahmen von Medina El Viejo gibt es meines Wissens nicht, aber hier interpretiert Isabelita de Jerez, die mir in den cantes festeros so gar nicht gefällt, seine Petenera. Gelesen, dass Isabelita am meisten für die Siguiriyas und Saetas geschätzt wurde, also schienen ihr eher die langsamen, dramatischen Stücke zu liegen.

19. Juli 2018

Der Meister ist wütend. Der Meister schreit mich am Telefon an wegen etwas, wofür ich nichts kann. Etwas, wofür niemand etwas kann oder jeder ein bisschen,  und an dem der Meister ein wenig mitschuldig ist.  Ich verbitte mir das Geschrei. Da sagt er, ich soll es nicht persönlich nehmen, und schreit gleich weiter. Irgendwo, so sagt er, muss er seine Wut loswerden, auch wenn ihm klar ist, dass ich nichts dafür kann, ich bin nun einmal da und muss ihm zuhören, und deswegen schreit er immer  weiter. In eine Geschreipause hinein sage ich, was mir seit zwanzig Jahren auf der Zunge liegt und was ich nie ausgesprochen habe: Reißen Sie sich zusammen, ich bin nicht Ihr Mülleimer.

Ich werde alt. Alt und ungehalten. All die ungehaltenen Reden explodieren mir gerade im Bauch.

 

 

 

18. Juli 2018

Siebzig Akten in acht Stunden.

Zwei Tassen Kaffee, eine Flasche Wasser, keine Mittagspause. Eine Kollegin feiert Jubiläum, einen Teller Essen im Vorbeigehen mitgenommen und neben der Aktenbearbeitung am Schreibtisch gegessen.

Die Gesundheit einer anderen Kollegin verschlechtert sich. Damit sie weiterarbeiten kann, müsste die Firma gewisse Hilfsmittel bereitstellen. Die Firma sieht das nicht als dringlich an. Dabei wäre die Kollegin ein echter Verlust.

Knapp neunzig Minuten Training, dann geht nichts mehr. (Sevillanas mit Kastagnetten, fast fehlerlos. Mit den Galeras herumgespielt. Das wird nicht einfach. Tango de Málaga und Guajira wiederholt. Warum bin ich am ausdrucksvollsten, wenn ich zu müde für eine saubere Technik bin?)

17. Juli 2018

In praller Morgensonne Thymian, Rosmarin, Basilikum und Petersilie ein- bzw. umgetopft. Bienen, Hummeln und – dank Schlachthof in der Nachbarschaft – dicke, grüne Schmeißfliegen vergnügen sich im Blumenkasten. Das Meislein kommt vorbeigeflogen und ist sichtlich ungehalten über den Mangel an Meisenknödeln. Trotzdem pickt es auf dem Blumenregal herum, da muss doch noch etwas zu holen sein.

Plastikmüll zur Tonne gebracht, auf dem Rückweg eingekauft. Die Tüte mit den Toilettenpapierrollen reißt, Passanten – Männer wie Frauen – stehen blöd umher, während ich zu ihren Füßen herumkrieche und die Rollen aufsammele. Ich stehe auf und bedanke mich höflich, aber wie das heutzutage zu sein pflegt, verpufft die Ironie, ohne Wirkung zu zeigen.

Menschen streiten, ob man Leben retten soll, und wenn ja, welche. Anscheinend gibt es wieder unwertes Leben. Der Freund, herzensgut von Natur, aber seit längerem von unheiligem Zorn ergriffen, verrennt sich immer mehr.

In der U-Bahn spielt eine bildschöne Romni virtuos das Akkordeon. Ein älterer Herr und ich halten Münzen bereit, um sie ihr in den Becher zu werfen, den sie an ihrem Instrument befestigt hat. Eine Frau keift empört, es sei verboten in der U-Bahn zu musizieren. Hinter mir grölen ein paar Männer Hetzparolen. Der ältere Herr versucht, mit der keifenden Frau zu diskutieren, die ihm irgendeine Marke (Polizei, Sicherheitsdienst?) zeigt. Derweil brüllt mich einer aus der Männergruppe an. Mir bleibt die Stimme weg, wie so oft in solchen Situationen,  dabei hätte ich dem älteren Herrn und der Musikerin gerne beigestanden.

 

31. Mai 2018

Klare Verhältnisse geschaffen. In dieser Form wollte ich das eigentlich nie, aber mitunter ist das Ziehen von Grenzen notwendig für den eigenen Seelenfrieden. Im Internet funktioniert das auf eine Weise, die mir  im Grunde nicht gefällt. Dass es leichter ist als im Privatleben, bewirkt, dass man leichtfertiger damit umgeht. In diesem Moment jedoch bin ich froh über die technischen Mittel, die es mir erlauben, ohne viel Aufwand einen Zaun um mich und das Meine zu errichten. Übrigens bricht man ja auch im Privatleben den Kontakt ab, wenn er unerträglich wird. Den moralischen Zeigefinger, mit dem ich mir seit Wochen selbst drohe, sollte ich also vielleicht senken.

Ich glaube, ich mag den Barschlamperich. Über den bin ich bei Twitter gestolpert. Schauen Sie mal in sein Blog hinein, vielleicht mögen Sie ihn auch.

8. Mai 2018

Keine Worte finden für die Erschöpfung. Von sechs Kolleginnen sind vier abwesend. Ich nehme mir vor, in einem vernünftigen Tempo zu arbeiten, so dass ich nach dem Arbeitstag noch Kraft für den Abend habe, aber es gelingt mir nicht.

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Eine Stunde Training ist besser als gar kein Training, markieren besser als gar nicht tanzen.  Markieren, um wenigstens nicht die Choreographien zu vergessen. Um die Schritte auszutanzen, fehlt die Energie. Peteneras, Siguiriyas, Tientos. Meine Bewegungen sind furchtbar hart geworden; ich wäre jetzt eine gute Bernarda Alba.

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Auf Twitter ist die Rede vom Tag der Befreiung. Die Spannweite der Tweets reicht von sentimental bis widerlich. Ich denke darüber nach, die Geschichte von den drei erschossenen russischen Jungen zu erzählen, aber diese Geschichte gehört nicht mir.

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Der Fünfte im Mai

Frau Brüllen stellt mich heute vor die Frage: was schreibt frau bloß über einen ereignislosen Tag. Wer Frau Brüllen nicht kennt, der lese hier: WMDEDGT.

Der Nachbarsbub drückt sich an mir vorbei und sagt weder Grüß Gott noch Sch…dreck. Allerdings straft der liebe Gott hart, aber gerecht, und in Kleinigkeiten bekanntermaßen sofort. Ein Getöse verrät, dass der ungehobelte kleine Klotz mit Rucksack und Zeichensachen die Treppe hinaufgefallen ist. Ein kurzer Blick nach hinten zeigt mir, dass er weder bewusstlos ist noch in seinem Blute schwimmt, deshalb setze ich meinen Weg ziemlich ungerührt fort. Er wird weiter zeichnen können, und vielleicht wird er mal ein neuer Michelangelo. Dann kann er sich ja immer noch ein besseres Benehmen angewöhnen.

Draußen duftet der Flieder über Benzin und Autoreifengummi hinweg. Meisen und Spatzen randalieren in den Löchern der Pfarrgartenmauer. Die Schatzis* sind noch nicht unterwegs und so kann ich mit den anderen alten Weibern in Ruhe einkaufen.

Hinterher lese ich ein bisschen Twitter und ärgere mich über Leute, die Fotos von Kolja Bonke oder Deutschlandfahnen im Profil haben, und über Leute, die solchen Leuten folgen. Andererseits lese ich ja auch den einen oder anderen, der meiner Filterblase übel aufstößt, und da lasse ich mir auch nicht hineinreden.

Die Schlaflosigkeit, die daraus folgende Übermüdung und der wiederum hieraus resultierende Schwindel strecken mich nach dem Mittagessen nieder. An Tanztraining ist nicht einmal zu denken. Ich schlafe zwei Stunden, dann ist es zu spät, um doch noch zum Training zu gehen. Statt Farruca und Tientos also halbherziges Putzen, was das Turmstübchen, das ich meine Wohnung nenne, definitiv verschönert. Nach vierwöchigem Halbkranksein mit Dauerschlappheit sah die Bude nämlich aus wie ein Fall fürs Gesundheitsamt.

Bei leichtem Wind genieße ich später den Ausblick in die grüne Hölle vorm Balkon; auf dem Balkon selbst sprießt das Grün erst zaghaft. In einem Blumenkasten wächst etwas, das eigentlich Mohn werden sollte, aber viel zu groß ist und außerdem leicht nach Tomate duftet. Eine Tomatenpflanze ist es jedoch auch nicht. Wir werden sehen. Die Samen der Werratal**-Mischung sind schon aufgegangen, ein abgebrochener Lavendelzweig, den ich einfach in die Erde gesteckt habe, wächst und gedeiht. Spilleriges Schnittlauch und leicht derangiertes Basilikum hängen in Töpfen am Paravent, ebenso wie Petersilie, aber lassen wir das: Petersilie kann ich so wenig wie Kapuzinerkresse. Dafür hat die Pfefferminze anscheinend den richtigen Platz gefunden (Halbschatten hinter dem Paravent? Ernsthaft? Na, von mir aus!) und kräftig ausgeschlagen.

Für die Besuchskrähe lasse ich einen übriggebliebenen Meisenknödel vom vergangenen Winter auf dem Balkonregal liegen. Wo Krähen sind, sind keine Tauben, und Krähen sind definitiv reinlicher. Die Meisenknödel gebe ich gern als Tribut für die neuen Herrscherinnen des Viertels, denn die schwarzen Biester amüsieren mich. Und sie lieben Meisenknödel. Ich weiß nicht, ob die Meisen im Winter überhaupt ein Bröckchen Knödel bekommen haben.

Die Obstvorräte sind definitiv zu knapp für das Wochenende. Grund genug für einen Ausflug ins Erdgeschoss. Der Laden ist fast leergekauft. Neben Obst finde ich noch zwei Packungen Ramen (Ich gestehe: ich bin süchtig nach Ramen aus der Tüte. Steinigen Sie mich ruhig. Andere spritzen Heroin oder saufen Wodka. Dagegen ist Ramen ein äußerst altjüngferliches und betschwesternhaftes Laster.)

Inzwischen ist es spät genug für ein frühes Abendessen, und damit ziehe ich den Vorhang zu und überlasse Sie Ihren abendlichen Beschäftigungen.

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*Pärchen, deren Komponenten anscheinend beide Schatzi heißen. 

**Heimat. Naja, fast, am Ende des Tals. (Für den geschätzten Blognachbarn gäbe es da sogar einen Radweg.)

26. April 2018

Der Tag beginnt um 1 Uhr nachts, als meine alte Freundin Insomnia sich auf die Bettkante setzt und mir die Decke von den Füßen zieht. In der Hoffnung auf die einschläfernde Wirkung des Internets werfe ich das Notebook an und werde auf Twitter Zeugin diverser Diskussionen über Werbung auf Blogs sowie werbende oder nicht werbende  Blogger, und vor allem, wer was falsch macht. Die Moralinsäure spritzt  in alle Richtungen. Macht doch, was ihr wollte, denke ich, und dass ich eigentlich fertig bin mit Kleinbloggersdorf. Wäre Kleinbloggersdorf ein realer Ort, zöge ich nunmehr freiwillig in die Wildnis.

Auf meinem Blog muss sich einiges ändern. Ich lösche diverse Texte ganz oder teilweise. Für den Fall, dass mir nicht doch noch einfällt, wie ich die Impressumspflicht umgehen kann, möchte ich keine Einträge auf dem Blog haben, in denen die beschriebenen Personen identifizierbar sind. Die Datenschutzeinstellung habe ich von „öffentlich“ auf „versteckt“ geändert. Wenn alles so funktioniert, wie ich es mir wünsche, findet das Blog nur noch, wer weiß, wonach er suchen muss.

Außerdem lösche ich Texte, in denen ich mein Herz allzu sehr auf der Zunge getragen habe. Ich weiß, ich neige dazu. Das ist nicht gut. Ich stehe nach wie vor hinter den Texten, aber sie gehören nicht mehr an die Öffentlichkeit.