Am Gitter der geschlossenen Kirche hängt ein Transparent mit dem Bild des Heiligen Antonius. Menschen haben Blumen und Kerzen davor gestellt. Auch drei Bäumchen im Topf, wohl aus Kirchenbestand und eigentlich für das heilige Grab vorgesehen, stehen dabei. Der Klosterfriedhof ist geschlossen. Schade, denn da ist außer mir und den toten Ordensmännern fast nie jemand.

Ich drehe eine Runde durchs Viertel und gehe ein wenig an der Isar entlang, vorbei an der Brücke mit dem hässlichen Namen. Später als geplant bin ich unterwegs, deshalb kürze ich den Weg ab und überquere den Fluss bereits an der nächsten Brücke. Es ist schon voller, als mir lieb ist. Die Fähigkeit, Abstand zu halten, ist nicht jedem gegeben, aber der Großteil einigt sich mit einem kurzen Blickwechsel und weicht einander aus. Man joggt, man fährt Rad mit dem Ehrgeiz, der dieser Provinz-Großstadt eigen ist. Flaneure sind selten und werden von Joggenden wie von Radfahrenden mit gebührender Verachtung gestraft. Am Rosengarten spähe ich über den Zaun. Weiße Magnolien blühen, auch – wenn ich es richtig sehe – die Sternmagnolie, die roten scheinen erfroren zu sein.

Zu Hause lese ich noch ein wenig im Internet.

Frau Mutter macht sich Sorgen um meinen Bruder, der für sie einkaufen geht, plant aber im nächsten Satz schon den Besuch im Gartencenter am Montag.

Mir gehen in letzter Zeit mitunter Kommentare durch die Lappen (sorry, Xeniana, einer von Dir war dabei), deshalb habe ich die Einstellungen geändert, so dass ich die Kommentare nicht mehr manuell freischalten muss (außer, jemand kommentiert zum ersten Mal). Wir werden sehen, wie sich das bewährt.