Fundsachen 40

Wenn das Gegenüber fehlt. (via Ferrer)

Creezy hat bemitleidenswerte Nachbarn. Und die haben Hunde. Oder: für manche Leute ist  nur das Eigene schützenswert.

Es gibt Autoren, deren Bücher oder Erzählungen retten einem in jungen Jahren das Leben. Stefan Zweig war einer davon.

Und Sie wissen ja: für jeden Kommentar des Dubiosen Damen-Kleeblatts gibt es einen Don-Alphonso-Text. Übrigens kann er auch kochen.

Flamenco aus der Provence.

 

Fundsachen 35

Die Rosenblatts mit dem bisher schönsten Text des Sommers: unterwegs. Der Sommer ist ja noch jung, aber ich glaube, das ist und bleibt mein Favorit.

Für Freund_innen der Fantasy: Die geschätzte Blognachbarin Carmilla de Winter liest.

Was geschieht auf der Aquarius?

Ich weiß, es wird langweilig, weil ich es immer wieder sage. Aber gehen Sie in den Botanischen Garten, wenn Sie in Berlin sind. Wirklich. Creezy hat es getan.

Die Donnerbella mag Schnaps, Dirndl und Fußball. Dinge, mit denen Sie mich bis nach Zinnowitz jagen könnten. Aber sie schreibt auch solche Texte.

Er schreibt wieder: der Schizophrenist übers Scheitern.

Dazu passt mal wieder eine Petenera, heute gesungen von Curro Malena. (In der Petenera geht es nämlich oft ums Scheitern. Wie überhaupt im Flamenco. Außerdem ist der Schizophrenist „un hombre muy flamenco“.)

Kleine Dinge, die glücklich machen

z.B. mit einem Fächer, der kein Tanzfächer ist, tanzen und feststellen, dass auch das geht. Die Wirkung ist aber eine völlig andere. Der Fächer ist zwar bei manchen Bewegungen leichter zu handhaben, aber das ungewöhnlich geringe Gewicht irritiert.

Natürlich kann ich mit dem großen Tanzfächer („pericón“) üben, aber der kleine mit dem Rosenmuster bereitet  im Moment einfach viel mehr Vergnügen. Mein Spiegelbild im Studio bringt mich zum Lächeln, wenn ich den kleinen Fächer mit dem Rosenmuster bewege, indem ich mein Handgelenk drehe.

***

z.B. Flieder. Ich hätte zu gern ein paar duftende Zweige in einem Glas auf meinem Tisch, aber ich kann mich nicht überwinden, sie von einem der vielen Sträucher im Viertel zu zu schneiden. Verzweifeln Maler, weil sie nur die Fliederblüten, nicht aber deren Duft malen können? Malen muss das elendeste Handwerk überhaupt sein. Andererseits: da hängt ein niederländisches Stillleben im Prado, da kann man die Zitrone schmecken.

***

z.B. Sie alle, Ihre Texte, Ihre Bilder, Ihre Kommentare.

8. Mai 2018

Keine Worte finden für die Erschöpfung. Von sechs Kolleginnen sind vier abwesend. Ich nehme mir vor, in einem vernünftigen Tempo zu arbeiten, so dass ich nach dem Arbeitstag noch Kraft für den Abend habe, aber es gelingt mir nicht.

***

Eine Stunde Training ist besser als gar kein Training, markieren besser als gar nicht tanzen.  Markieren, um wenigstens nicht die Choreographien zu vergessen. Um die Schritte auszutanzen, fehlt die Energie. Peteneras, Siguiriyas, Tientos. Meine Bewegungen sind furchtbar hart geworden; ich wäre jetzt eine gute Bernarda Alba.

***

Auf Twitter ist die Rede vom Tag der Befreiung. Die Spannweite der Tweets reicht von sentimental bis widerlich. Ich denke darüber nach, die Geschichte von den drei erschossenen russischen Jungen zu erzählen, aber diese Geschichte gehört nicht mir.

***

02. Dezember 2017

In letzter Zeit bin ich oft erleichtert, dass ich mein Wochenpensum erfüllt habe und zumindest in der betreffenden Woche nicht mehr tanzen muss. Ich wünsche mir vier Wochen ohne einen Schritt zu tanzen und fühle mich undankbar, gerade jetzt, wo ich lerne, den ständigen Schwindel zu kompensieren. Die Kraft kommt wieder und ich kann das Tanzen in meinen Zeitplan wieder einigermaßen integrieren. Weder das Tanzen noch das Leben waren ein Vergnügen in den letzten beiden Jahren. Sollte ich das Tanzen aufgeben, würde ich es aber in spätestens zwei Jahren wieder bereuen. Es wäre ja nicht das erste Mal.

25. November 2017

Siguiriyas getanzt. Außerdem Tientos und Farruca, die richtig schweren Brocken also. Sehr tief im Plié, aus den Oberschenkeln, wie die alten Leute früher. Und plötzlich finde ich mich wieder. Die Energie ist wieder da, wird vom Tanzboden sozusagen reflektiert. Die Siguiriya habe ich, wie mir jetzt klar wird, vollkommen falsch angefangen. Das tiefe Plié ist richtig, außerdem muss ich die Schultern mehr einsetzen sowie insgesamt freier und expressiver tanzen. Die Bewegung geht aber dennoch nach unten, in den Boden hinein. Wie konnte mir das entgehen? Oder vielmehr: wie konnte ich vergessen, was ich eigentlich schon wusste?