Anderswo

Über Zilli Schmidt, eine Sintizza und Auschwitz-Überlebende.(via @LotharBirkner auf Twitter)

Juden in Deutschland, nach Halle. (Süddeutsche Zeitung, leider nicht kostenlos)

Christine Finke muss, wie wir alle, Träume loslassen.

Der Zug ist abgefahren? Wirklich?

Herr Hauptschulblues schreibt kleine, feine Texte, hier einer, der vom Fairphone-Reparieren und vom Äpfel kaufen handelt. Manchmal berühren Texte, ohne dass man weiß, warum.

Anderswo

Die Casa Patas schließt (deutsch).

Frau Fundevogel weiß, wie die Kuh auf den Rathausmarkt kam.

Haushaltshilfen in Indien.

Ein halbes Jahr habe ich mit Blick auf den Zirkus Krone gearbeitet .

Verlorenes Vertrauen.

In der Kirche spukt es.

Und Raquela Ortega in der Casa Patas. Sie hat jahrelang im Corps der Compañía Antonio Gades getanzt. Meiner Meinung nach wäre sie eine bessere Carmen gewesen als so manche, die die Rolle tatsächlich tanzen durfte.

Anderswo

Wir hatten 1978 Christbaumschmuck aus Schokolade, angeblich noch Vorkriegsware. Im selben Jahr probierten wir im Keller meiner verstorbenen Großmutter gefundene, Jahrzehnte alte eingekochte Johannisbeeren. Beides hatte nicht mehr übermäßig viel Geschmack. Ich würde ja auch ein hundertjähriges Huhn probieren, wenn ich eins hätte, aber bei uns wird Essen nicht so alt.

Mignonnes / Cuties ist ein Film, der auf Netflix läuft. Da ich Netflix nicht mehr nutze, habe ich den Film nicht gesehen. Andere haben ihn laut eigener Aussage auch nicht gesehen, echauffieren sich jedoch lauthals, fordern, den Film abzusetzen, wenn nicht zu verbieten (und am besten die Regisseurin zu teeren und zu federn, glaube ich). Ein ruhigerer Artikel dazu steht in der Süddeutschen Zeitung. Allerdings war mein Eindruck, dass nicht nur von rechtskonservativer Seite gegen den Film geschossen wird, sondern die linksfeministische Twittergemeinde mit ganz ähnlicher Argumentation auftritt. Wie gesagt, ich habe den Film nicht gesehen und weiß nicht, ob die Erregung berechtigt ist, aber die Diskussion im Netz stößt mich ab. Wieder einmal.

Schulgeschichten finde ich ja normalerweise todlangweilig, aber im Studio Glumm kann man es besser als die meisten.

Klaus hat einen Podcast, und schon einmal eine meiner Geschichten gelesen. Zu seinem Jubiläum hat er sich wieder eine Geschichte von mir ausgesucht. Ich wünsche alles Gute zum 25. und fühle mich sehr geehrt. Besonders geehrt fühle ich mich, weil er meinem Geschichtchen ein wunderbar gesungenes und gespieltes Schubertlied gegenübergestellt hat. Falls Sie die Geschichte nachlesen wollen, hier noch ein Link auf den Ursprungstext.

Nun soll es aber genug sein mit der Eigenwerbung. Wir hatten Essen, wir hatten Texte, wir hatten sogar Musik. Ich glaube, das reicht für einmal „Anderswo“.

Das Flüchtlingslager Moria brennt. Mir geht dazu das eine oder andere durch den Kopf, was ich gar nicht denken will.

Vor meinem Fenster bringt die Sonne am Morgen die ersten herbstgelben Blätter zum Leuchten. Ich habe den Herbst nie gemocht, den Winter geradezu gehasst, aber dieses Jahr freue ich mich auf den Herbst. Weil ich mir wünsche, dass das Jahr vorbeigehen möge? Das Datum, das wir schreiben, ändert ja nichts.

Solminore über Linguistik und Heimat. Ich denke gerade über eine andere Art Heimat nach, einen Ort, der mir gehört. Aber dann springen mir anderswo zwei Sätze ins Gesicht: „In Roux’s world, property is dangerous, In Roux’s world, life is frictionless, slipping by like the river, picking up flotsam and setting it down quietly, gently, further downstream.“ (Joanne Harris, The Strawberry Thief) So bin ich auch, ich traue dem Frieden nicht, ich traue dem Privatbesitz nicht und am allerwenigsten traue ich den Sesshaften, die nicht wissen, dass man innerhalb einer Stunde alles – Heimat, Familie und Geburtsrecht – verlieren kann. Selbst, wenn man erst zwei Jahre alt ist.

Anderswo

Birol Ünel ist tot.

Zum ersten Mal habe ich ihn in „Gegen die Wand“ von Fatih Akin gesehen, später dann neben Asia Argento in „Transsylvania“ von Tony Gatlif. Mit Typen wie Birol Ünel bin ich aufgewachsen; die Filme von Fatih Akin erzählten quasi meine Jugenderinnerungen. In „Transsylvania“ finde ich anderes wieder, aus einer späteren Zeit, Gesten, Muster und Bilder aus meinen Zwanzigern.

Ich bin nur ein paar Jahre jünger als Birol Ünel, und wenn ich hier sitze und heule, dann nicht nur seinetwegen, den ich ja gar nicht kannte, sondern unter anderem, weil wir in einer Zeit jung waren, in der viel mehr möglich schien als heute. Eine Zeit, in der es möglich war, Birol Ünel zu sein.

Ich würde gerne mehr schreiben, besser, literarischer, aber ich habe ja schon lange keine Worte mehr.

Luz Casal

Lieblingssatz 19.08.2020

When the promise is broken you go on living
But it steals something from down in your soul
Like when the truth is spoken, and it don’t make no difference
Something in your heart turns cold

Fundort

So, wie ich mich mitunter über die Kälte der Freundin und über den anscheinend ewigen kalten Zorn meines Vaters gewundert habe, so wundere ich mich seit Wochen über mich. Da fliegen mir mit einem Mal diese Zeilen um die Ohren, und aus der Tiefe kriechen Erinnerungen. deren Bedeutung mir jetzt erst klar wird.

Anderswo

Im Stopfblog wird – na, was wohl – gestopft. Ich glaube, mich zu erinnern, dass meine Großtante, die Handarbeitslehrerin,  ein solches Gerät besaß und wir nach ihrem Tod nichts damit anzufangen wussten. Jetzt weiß ich es, aber das Gerät ist wohl im Müll gelandet.

Frau Fundevogel gedenkt. (und ich habe etwas über Frau Fundevogel erfahren, das ich weder wusste noch vermutet hätte. Bloggen öffnet Türen in andere Leben. Mir gefällt das sehr.)

Ev begegnet Alltagsmenschen

Rechter Terror und Gewalt in Westeuropa. Beängstigend, vor allem der Vergleich. 

Was sagt der Grabstein

Herr Ackerbau unterwegs.

Anderswo

Der Schizophrenist hat Sehnsucht nach dem Meer und trifft einen Hasen.

Stricken Sie? Vielleicht ist das dann etwas für Sie.

Eine komponierende Ordensfrau aus Äthiopien. (Nein, Guardian, „singende Nonne“ ist zu wenig. Die meisten Ordensleute singen, nicht alle komponieren!) 

Idil Baydar ist eine beeindruckende Frau. In der Zeit spricht sie über Migranten und Polizei

Arme können nicht ins Home Office, weiß Sir Angus Deaton.

Georg Kreisler geht zur Arbeit