Blöde-Weiber-Kuchen

(aus gegebenem Anlass)

Zutaten für den Teig: 

350 g Butter

350 g Zucker

1 Päckchen Vanillezucker

6 Eier

350g Mehl

3 TL Backpulver

abgeriebene Schale einer Zitrone

Zutaten für den Guss

200 g Puderzucker

4 EL Zitronensaft

Die Zutaten für den Teig zu einem Rührteig verarbeiten und auf ein gefettetes Backblech streichen. Im vorgeheizten Backofen bei 200 Grad 20 min backen. Nach dem Abkühlen mit einem Guss aus dem Puderzucker und dem Zitronensaft bestreichen.

 

Fundsachen 35

Die Rosenblatts mit dem bisher schönsten Text des Sommers: unterwegs. Der Sommer ist ja noch jung, aber ich glaube, das ist und bleibt mein Favorit.

Für Freund_innen der Fantasy: Die geschätzte Blognachbarin Carmilla de Winter liest.

Was geschieht auf der Aquarius?

Ich weiß, es wird langweilig, weil ich es immer wieder sage. Aber gehen Sie in den Botanischen Garten, wenn Sie in Berlin sind. Wirklich. Creezy hat es getan.

Die Donnerbella mag Schnaps, Dirndl und Fußball. Dinge, mit denen Sie mich bis nach Zinnowitz jagen könnten. Aber sie schreibt auch solche Texte.

Er schreibt wieder: der Schizophrenist übers Scheitern.

Dazu passt mal wieder eine Petenera, heute gesungen von Curro Malena. (In der Petenera geht es nämlich oft ums Scheitern. Wie überhaupt im Flamenco. Außerdem ist der Schizophrenist „un hombre muy flamenco“.)

Blühende Landschaften

An der Bahnstation:

„Hier verfällt auch alles.“

„Ist ja bald keiner mehr da. Die A geht nach Greifswald, die B lernt Erzieherin in Berlin, die C hat eine Lehrstelle in Hamburg.“

„Schau doch mal, was für wunderbare Rosen!“ 

„Und bald wohnt hier keiner mehr, der sie sieht. Die Leute  aus dem Haus ziehen auch bald weg.“

Hinter dem Bahnhof blüht die Trikolore: Mohn, Margueriten, Kornblumen. (Wie schreibt man „Margueriten“ auf Deutsch?)  Schmetterlinge und Tagfalter, deren Namen ich nicht kenne. Bläulinge (in rauen Mengen) kann ich identifizieren. Ein Storch auf Mäusefang, Raubvögel, ein Reh, ein Hase. Ein Brett in der Gabelung einer Weide als Sitz- und Rastplatz. Der Wind rauscht im Kirschbaum. Es scheint fast, als hätte sich seit den Heiden von Kummerow nichts verändert. Das ist natürlich eine Illusion. Alte Bauernhöfe gibt es nicht mehr. Hier und da ein zum Ferienhaus umgebauter Stall. Landwirtschaftliche Großbetriebe, etwas anderes rentiert sich nicht. Anscheinend versucht man, einigermaßen ökologisch zu produzieren. „Bio“ verkauft sich gut.

Vor ein paar Tagen, capitán, hielt mich das Meer wie vor vielen Jahren einmal Ihre Augen.

 

Blogpause

Hier ist jetzt erst einmal für  ungefähr zwei Wochen Blogpause. Ich bin ein bisschen leergeschrieben. Wer wissen will, wie es mir geht, kann bei Twitter schauen: @mardecuentos.

31. Mai 2018

Klare Verhältnisse geschaffen. In dieser Form wollte ich das eigentlich nie, aber mitunter ist das Ziehen von Grenzen notwendig für den eigenen Seelenfrieden. Im Internet funktioniert das auf eine Weise, die mir  im Grunde nicht gefällt. Dass es leichter ist als im Privatleben, bewirkt, dass man leichtfertiger damit umgeht. In diesem Moment jedoch bin ich froh über die technischen Mittel, die es mir erlauben, ohne viel Aufwand einen Zaun um mich und das Meine zu errichten. Übrigens bricht man ja auch im Privatleben den Kontakt ab, wenn er unerträglich wird. Den moralischen Zeigefinger, mit dem ich mir seit Wochen selbst drohe, sollte ich also vielleicht senken.

Ich glaube, ich mag den Barschlamperich. Über den bin ich bei Twitter gestolpert. Schauen Sie mal in sein Blog hinein, vielleicht mögen Sie ihn auch.

Am frühen Morgen

Am frühen Morgen schweigen die Friedhofsbäume. Als ich gegenüber einzog, reichten sie nicht einmal bis an die  obere Mauerkante.  Kein Windhauch rührt ein Blatt. Krähen besprechen Krähendinge und entwickeln dabei eine beachtliche Lautstärke.  Die Sonne ist blinzelt gerade einmal durchs Laub. Hinterm Balkon aber lärmt ein Quad über die Kreuzung. Hier bin ich, ich bin laut, beachtet mich, scheint der Fahrer zu rufen. Aber die anderen haben alle viel mehr PS.

Blattläuse klettern. Ein Buffet für Ameisen. Diesen Sommer, so wage ich zu vermuten, werden sie wieder bis in den dritten Stock kommen. Die Sonnenblume verrenkt ihre Knospe nach Osten. Über Nacht haben die Schmerzen im Bein aufgehört. In den Augen einer Clique, die sich in Kleinbloggersdorf für tonangebend hält, bin ich die böse Hexe. Mit Unschuld kann ich nicht mehr dienen. Ich bin zu alt für diese Spielchen, denke ich, aber im Grunde war ich das schon immer.

Am frühen Morgen wird der Kaffee in der Tasse kalt, während ich an Dich denke. Fünfundsiebzig Jahre, das ist nicht zu jung und doch zu früh. Du warst der Sommer in meiner Kindheit, und ich wusste es nicht.

Gelesen: Die Ladenhüterin

Keiko ist, milde ausgedrückt, verschroben. Schon als Kind folgt sie einer Logik, die nichts mit der ihrer Umgebung zu tun hat. Als Studentin beginnt sie, in einem „Konbini“ zu arbeiten. Die Uniform, die sie tragen muss, die ritualisierte Kommunikation mit der Kundschaft und die eindeutigen Regeln bieten ihrem Leben einen Rahmen, nach dem sie gesucht zu haben scheint. Nach ihrem Studium findet sie keine andere Arbeit, die Arbeit im Konbini wird zur Nische, in der Keiko überlebt und auf gewisse Weise sie selbst sein kann. Ohne einen respektablen Job und ohne Ehemann ist sie jedoch kein nützliches Mitglied der Gesellschaft. Da taucht ein neuer Mitarbeiter auf, der undisziplinierte und großmäulige Herr Shiraha, und alles ändert sich.

Eine zurückhaltende Hauptperson, die lieber beobachtet, jedoch im Notfall auch zu handeln weiß, eine präzise Sprache sowie die Fähigkeit der Autorin, die Banalitäten des Alltags mit Zuneigung und Sorgfalt zu schildern, machen dieses Buch in meinen Augen lesenswert. Keiko erinnert an die Figuren der österreichischen Krimiautorin Maria Benedickt. Sie weicht dem Leben aus, weil es sie einfach zu viel Anstrengung kostet, „normal“ zu sein. Sie ist klug und lernwillig, so überlebt sie. Wie es in ihr aussieht, geht keinen etwas an. Was aus ihr hätte werden können, wenn sie gelernt hätte, höhere Ansprüche ans Leben zu stellen, wer kann das wissen? Es muss Millionen Menschen geben wie sie, denen wir täglich begegnen, und die wir zu Unrecht unterschätzen. Man könnte sich fast vorstellen, Keiko betriebe irgendwo ein kleines, privates Blog, in dem sie das besondere Biotop eines Konbini aufs Korn nimmt. Aber dazu ist sie wahrscheinlich viel zu diszipliniert.

Sayaka Murata, Die Ladenhüterin, übersetzt von Ursula Gräfe, erschienen im Aufbau Verlag, ISBN: 978-3-351-03703-1