Ich wache früh genug auf; ich hätte an den See fahren und wandern können, bevor die Massen da sind, aber ich drehe mich noch einmal auf die Seite, ziehe die Decke bis fast zu den Ohren und schlafe noch ein paar Stunden.

Das Wetter kann sich nicht entscheiden, also bleibe ich zu Hause und kämpfe mich durch das Balkongestrüpp. Die Erdbeeren haben fast den ganzen Balkon überwuchert, aber das alles für ein paar eher fade schmeckende Früchtchen? Ich mache alle Erdbeerpflanzen aus; sollen sie anderswo Wurzeln schlagen, für den Balkon sind sie nichts. Dann schneide ich Kräuter zurück und hänge Pfefferminze und Salbei zum Trocknen auf. Die schwarze Johannisbeere bleibt, sie trägt äußerst sparsam, aber auch äußerst wohlschmeckend. Ich plane fürs nächste Jahr: Küchenkräuter und Bienenfreundliches, alles mit genug Platz dazwischen, außerdem eine Vogeltränke und ein Futterplatz. Dieses Jahr war es zuletzt sogar fast zu eng zum Gießen. Der alte Holzstuhl aus Norddeutschland soll einen wetterfesten Anstrich bekommen.

Kurz schaue ich bei LinkedIn hinein und sehe, dass der Oberchef mein Profil besucht hat. Für einen Moment erschrecke ich, aber dann fällt mir ein, dass ich ja vor ein paar Tagen auch schon geschaut habe, was er für seinen Job überhaupt für eine Qualifikation hat. Danach mache ich den Haushalt, das ist ungefähr genauso interessant.

Ich wäre gern woanders, aber ich verreise nicht, nicht in diesen Zeiten.

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