Am liebsten hielte ich Winterschlaf, schreibe ich dem Schwesterchen. Ich arbeite zu Hause, gehe wenig aus, die Menschheit wird mir ungewohnt. Äußere Umstände machen diesen Monat zu einem ungemütlichen.

Manchmal gehe ich in die Bäckerei und kaufe ein einzelnes Stück Kuchen. Oft laufe ich aber einfach nur durchs Viertel und schaue. Auf dem Schlachthofgelände wird gebaut. Die Piazza Zenetti bekommt Rollrasen. Die Wildnis auf dem Balkon lockt Bienen, Hummeln und andere Insekten an.

Mitunter bin ich glücklich. Das Glück eines Vogels im Käfig.

5 Gedanken zu „

  1. Geht mir ähnlich. Vielleicht darum um so wichtiger, mit dem Rest der Welt schreibend in Verbindung zu bleiben.

    L.G., Reiner

  2. Das könnte das Lebensgefühl des Sommers 2020 sein. Geht vorbei, sage ich mir immer wieder; aber dann kommt was anderes, und ob das besser ist? Der Optimismus wird langsam fadenscheinig.

  3. Meine Termine nähern sich nunmehr bald wieder dem Normalmaß. Ein Teil von mir denkt immer „Sch… drauf“, der andere hat einen Gesundheitsberuf und weiß, wie gefährlich dieses doofe Virus werden kann. Die derzeitige Diskussionskultur hilft dann auch nicht weiter, Sinn und Unsinn diverser Maßnahmen auseinanderzunehmen.

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