Am Morgen ist die Luft wie an der See. 15 Grad, Sonne, leicht bewölkter Himmel; bei solchem Wetter gingen wir früher an den Strand. Tatsächlich kann ich im Moment keine Bilder vom Meer sehen. Theoretisch ist es erreichbar, aber man kann, darf oder sollte besser nicht hin.

Der Chef ruft an und druckst herum. Ich erwarte einen weiteren Tritt vors Schienbein, aber nein. Er kündigt eine Sonderzahlung wegen überdurchschnittlicher Leistungen an. Ich bin überrascht, und er ist überrascht, weil ich überrascht bin.

Ich habe mich verändert, oder vielmehr lerne ich, eine neue Rolle zu spielen. Wie es innen aussieht, geht keinen etwas an.

Am Abend rufe ich die Cousine an, um ihr zum Geburtstag zu gratulieren. Wir sprechen über meine dank Corona veränderte Arbeitssituation und darüber, wie ich mit dem Home Office zurecht komme. Ich bin verwundert, dass sie das Thema überhaupt anspricht, arbeitet sie doch seit Jahren allein in der eigenen Kanzlei. Sie erzählt, dass ihr das seit ebenso vielen Jahren schwer fällt.

4 Gedanken zu „

  1. Vieles ist im Fluss und mäandert und ändert sich, das Leben bleibt kein ruhig dahinziehender Strom…dieser Virus löst gewaltig was aus…und die Cousine kommt eventuell auch dazu, etwas an ihrer Lage in positive Tendenzen zu bringen…

  2. Corona und damit verbunden Kurzarbeit haben mich zu einem Nebenjob gebracht, in einem kleinen Laden, aussterbender Art. Mein Chef hat die letzten Jahre alleine gearbeitet, genießt die Zusammenarbeit, die ihn auch entlastet. Ich tue das auch, erlebe Anderes als in meinem „normalen“ Arbeitsverhältnis, manches auch, das mich beglückt.
    Wir werden sehen, ob wir die Zusammanarbeit soweit ausbauen können, das sie uns auch ökonomisch tragt.

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