Gute Taten

Nun hat also auch Twitter seine „Spendenaffäre“. Ich will gar nicht allzu sehr darauf eingehen. Wenn Sie bei Twitter sind, wissen Sie, worum es geht. Wenn Sie nicht bei Twitter sind, haben Sie sicher gute Gründe (und jetzt vielleicht auch noch einen weiteren Grund) dafür. Ich bin sehr vorsichtig mit Spenden an Privatpersonen. Trotzdem bin ich vermutlich zweimal mit solchen Spenden auf die Nase gefallen. Beide Male handelte es sich um Beträge, die ich dank eines regelmäßigen Einkommens verschmerzen kann.

In einem Fall gehe ich davon aus, dass die Empfängerin sich tatsächlich in einer Notlage befand, jedoch möglicherweise nicht in der geschilderten. Egal, ich mag die betreffende Person und bin sicher, dass meine kleine Spende irgendwie doch für einen guten Zweck war, wenn auch nicht unbedingt für den angegebenen. Wenn sie sich dank meines Beitrags neue Hosen kaufen konnte, ist mir das auch recht.

Der andere Fall lag komplizierter. Presseberichten zufolge gab es die Notlage tatsächlich, nur bin ich im Nachhinein nicht mehr sicher, ob zwischen der Person, die zum Spenden aufgerufen hatte und dem Mann, für dessen Hinterbliebene gespendet werden sollte, tatsächlich das geschilderte enge Verhältnis bestand. Ich bin mir aber ziemlich sicher, dass jeder Cent bei den Hinterbliebenen angekommen ist. Warum um den verstorbenen Familienvater jedoch eine quasi-romantische Erzählung mit Andeutung einer tragischen unerfüllten Liebe gesponnen werden musste, entzieht sich meinem Verständnis. Oder auch nicht, wenn ich das ungewöhnlich starke Bedürfnis der spendensammelnden Person nach Zuneigung und Anerkennung berücksichtige. Wie auch immer, zwei der erwachsenen Beteiligten sind tot, der Aufenthalt einer dritten ist mir nicht bekannt, und die Kinder – Nutznießer der Spenden – können nichts dafür.

Spenden bringen immer ein gewisses Risiko mit sich. Ob man es eingehen will, muss man wohl im Einzelfall entscheiden. Ruinieren werden sich die wenigsten beim Spenden, und man zahlt eben mitunter Lehrgeld. Sollte tatsächlich eine Straftat vorliegen, kann Anzeige erstattet werden. Wenn nicht, schaut man eben seinem Geld hinterher und ist hoffentlich beim nächsten Mal schlauer.

3 Gedanken zu „Gute Taten

  1. Als ich das alles las, da musste ich tatsächlich aus Gründen an Sie denken.
    Ich spende ebenfalls, beim letzten Mal für die Behandlung eines kranken Kindes.
    Das Ausmaß an Zwitscher-Beharkung von anscheinend zwei Lagern (?) macht mich fassungslos und widert mich auch etwas an. Zumindest so sehr, dass ich nicht wissen will, worum es genau ging oder geht.
    Herzliche Ihnen, Ev

  2. Ich habe es zum Glück nur am Rand mitbekommen, da ich grac eine kleine Liste (Mini-TL) lese, denke da aber gleich wie du.

    Auch das ist Menschlichsein. Lieber einmal „zu viel“ spenden als herzlos werden.

  3. H.s spenden viel. Aber nur an Personen und Institutionen, die sie persönlich kennen.
    Twitter kommt auf keinen Fall in Frage, nicht mal zum rumschauen.

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