„Posso cambiare una testa, non tutte le teste.“ (Lara Cardella)

Ich schreibe nicht über das Kriegsende, das können andere besser. Was ich denke, behalte ich für mich. Ich mag weder staatstragend ausgesprochene große Worte hören, noch selbst Worte verlieren, weder große noch kleine.

Ich schreibe nicht darüber, wer in Deutschland mühelos an einen Corona-Test kommt und wer nicht.

Ich schreibe nicht darüber, wer auf der Flucht ertrinkt und warum.

Ich bin so müde.

Ich verabscheue mich selbst, weil ich nichts sage und wenig tue.

„Ich kann einen Kopf verändern, nicht alle.“ sagte Lara Cardella. Für sie hat sich übrigens auch das als Illusion erwiesen.

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Da Sie sich zuletzt sehr für meine Pfefferminze interessierten: sie ist einem Schädling zum Opfer gefallen.

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Meine Mutter erzählt, dass mein Großvater nicht beim Schlachten helfen konnte. Das habe meine Großmutter getan, die die Tiere am Ende nicht allein lassen wollte. Man habe damals in der Familie nur Schwein und Geflügel gegessen, Rinder dienten ausschließlich der Milchproduktion und wurden verkauft, wenn sie nicht mehr genug Milch gaben. Die letzte Kuh aber sei auf dem Hof geschlachtet worden; meine Großmutter sei dabei dem Schlachter zur Hand gegangen.

 

 

8 Gedanken zu „

  1. „Ich verabscheue mich selbst, weil ich nichts sage und wenig tue.“
    So pauschal würde ich das nicht sagen.
    Wir können viel sagen und viel tun. Ob es etwas verändert liegt zum Großteil an den anderen, ob sie auf uns hören oder nicht. Entscheidend ist aber, dass wir mit uns selbst „klar kommen“ und uns vor allem immer wieder sagen: „Morgen ist ein neuer Tag, probieren wir wieder das Beste daraus zu machen“. Dabei wünsche ich gutes Gelingen.

  2. Das mit dem „wer“ und „wer nicht“, das macht mich ebenso fassungslos…auch Anderes noch…
    Gruß von Sonja

  3. Soweit H. das beurteilen kann, sollen Sie sich nicht verabscheuen, kein Grund dafür.
    Die Zeiten sind bedrückend, nicht die reflektierten Menschen.

    Er bietet für die Minze eine Tomate an, vor der Tür abgestellt.

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