Auf dem Weg zum Einkaufen, aber noch im dunklen Hausflur, begegne ich (bereits maskiert) meinem ebenfalls maskierten Nachbarn. Wir beide zucken merklich zusammen ob der etwas unheimlichen Situation. Eine andere Nachbarin erkennt mich mit Maske gar nicht und siezt mich, obwohl wir uns sonst duzen.

Ich frage die Kassiererin, ob sie ein schönes Wochende hatte. Ja, sagt sie, aber ab Sonntagmittag ist es doch immer wieder schrecklich, weil man an die Arbeit denkt.

Neue Büroquerelen zeichnen sich am Horizont ab. Ich ziehe mit freundlichem Lächeln wieder einmal Stacheldraht um mich. Präzise Fragen erhalten präzise Antworten. Wer fragt, ist selbst schuld. Ich schwöre mir zum xten Mal, in Telefonkonferenzen nichts mehr zu sagen.

Gibt es etwas Trostloseres als unnütz herumliegende Tanzschuhe?

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5 Gedanken zu „

  1. Nein, vermutlich gibt es nichts Trostloseres. Karlas Tanzschuhe liegen jetzt immer neben dem Computer. Sie machen online weiter, was natürlich nicht dasselbe ist, aber besser als nichts. Ich war gestern das erste mal mit Maske in der Stadt, und ja ich finde es auch unheimlich. ES mag sinnvoll sein, aber es verändert die Wahrnehmung von der Umgebung. Die Kassiererin kann ich gut verstehen.

  2. Ich habe einmal in meinem Blog anhand des Wochenmarktes versucht den Unterschied darzustellen, es macht mich sehr unglücklich, die Mimik der Menschen nicht sehen zu können. Viel verändert sich damit!

  3. Sie sehen zwar etwas trostlos aber trotzdem ganz zauberhaft aus die Tanzschuhe. Und das sage ich, obwohl ich kein großer Fan von Salsa-Tanz oder Salsa-Musik bin.

  4. Meine Tanzschuhe (eher Schläppchen) benutze ich zum Training daheim — die Lehrerin macht zu den üblichen Zeiten einen Livestream bei Facebook.
    Aber ja, wenn es ungenutzt rumliegt (egal was), und eine würde gern, kann aber nicht, oder sollte und findet keine Zeit oder Nerven … das mag trostlos sein, oder ein schlechtes Gewissen machen, oder beides. Mein angefangener Roman liegt wenigstens nur auf der Festplatte, da sehe ich ihn nicht, wenn ich nicht genau nachschaue.
    In der Apotheke ist die Wahrscheinlichkeit, dass Kundschaft das Personal korrekt zuordnet, durch die Masken noch einmal gesunken — die Nachbarschaft hingegen hielt sich bislang wacker. Heute wurde ich mit einer fast zehn Zentimeter größeren, blonden Kollegin verwechselt. Wahrscheinlich, weil unsere Brillen dieselbe Form haben.

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