45. Woche

In eigener Sache: Vielen Dank an die neuen Leser_innen fürs Lesen / Folgen. Wie hier und anderswo schon einmal gesagt: ich folge leider zur Zeit schon mehr Blogs als ich lesen kann, also bitte nicht böse sein, wenn ich nicht (gleich) zurückfolge.

Und nun der Wochenmäander:

Ich melde mich für einen Tanz-Workshop an. Es soll eine Choreographie aus dem Repertoire einer professionellen Compagnie erlernt werden. Für meinen voraussichtlich letzten Workshop hätte ich mir ein anderes Programm gewünscht, aber wir werden sehen. Mein Trainingsstand ist durch die Wirren der beiden letzten Jahre nicht annähernd auf dem erforderlichen Niveau, aber der Herr Lehrer schätzt meinen „Ausdruck“, und so wird es hoffentlich nicht so schlimm werden.

Meine Mutter erzählt von den ruhigen Novembern ihrer Jugend, wenn die Arbeit auf dem Bauernhof weniger wurde, wenn es früher dunkel wurde, man die Arbeitskleidung mit sauberen Sachen vertauschte und die Familie Zeit für einander hatte. Ich finde in einem Antiquariat ein eigentlich seit langem vergriffenes Buch, das sie als Mädchen gelesen, heiß geliebt und irgendwann verloren hat.

Viele Lichter funkeln auf dem dunklen Friedhof. Zu Füßen des gusseisernen Christus stellen Menschen Kerzen auf, die die Gräber ihrer verstorbenen Liebsten nicht besuchen können. So viele wie dieses Jahr waren es noch nie, glaube ich. Ich sehe es vom Balkon aus.

Ich mache mir Urlaubsgedanken. Meer soll es sein, aber wo? Geographisch nah ist Italien, aber da will ich nicht hin. Die Ostsee langweilt mich, anderes erfordert eine noch längere Zugfahrt. Zumindest habe ich nun aber ein Schlafzimmer mit Blick aufs Meer. Wie das geht? Man braucht einen Pseudo-Fensterrahmen aus dem Bastelgeschäft, das Kalenderfoto eines Strands, Holzleim und beidseitiges Klebeband. Der Rahmen wird mit Holzleim über das Foto geklebt, alles zusammen mit beidseitigem Klebeband an der Wand befestigt, und schon kann man mitten in der Isarvorstadt vom Bett aus aufs Meer schauen.

Nachdem dieses Blog längere Zeit vor Suchmaschinen „versteckt“ war, habe ich jetzt wieder mehr Lust, gelesen zu werden. Freude am Schreiben (die ich durchaus nicht immer habe) ist ja nicht dasselbe. „Es schreibt mich.“ sagte mal jemand, der schon viel länger und viel besser bloggt als ich. Es schreibt mich oft, aber das gefällt mir nicht immer.

Die Waschmaschine, immerhin eine 26 Jahre alte Dame, hat sich als wirtschaftlicher Totalschaden erwiesen. Die Nachfolgerin ist schon da und hat den Vorteil der Umweltfreundlichkeit. Nur die Fehlermeldung 3H hat mich lange irritiert, bis eine Recherche in diversen Foren ergab, dass es sich nicht um eine Fehlermeldung, sondern um die Dauer des Waschgangs handelte. Drei Stunden für T-Shirts, Jeans, Flamenco-Sachen? Soll aber insgesamt weniger Energie verbrauchen.  Und es gibt einen Extra-Waschgang für Sportsachen? Offensichtlich bin ich nicht mehr auf dem Laufenden. Bei der Waschmaschinenmontage hat sich ein kleiner Schaden am Siphon gezeigt, der aber beim ohnehin nötigen Austausch des Wasserhahns gleich mitrepariert wurde.

Ich mache „Herbstputz“. Oder nennen Sie es den „Frühjahrsputz von 2016“.  Auf Twitter streite ich mit Menschen, die ich eigentlich mag, wegen eines Menschen, von dem ich – aus Gründen, die nicht hierher gehören – alles Übel abwenden möchte. Es ist nicht Twitter, es sind wir. Die Zugriffszahlen auf dem Blog sind überdurchschnittlich, wie immer, wenn ich auf Twitter „etwas angestellt habe“. Ich sollte es mir  zur Gewohnheit machen, etwas anzustellen, einfach so als Blogwerbung.

Ich treffe mich mit Freundinnen im Café, um die jeweiligen alten und neuen Arbeitgeber durchzuhecheln.

Im Netz gefischt:

Ich möchte Ihnen noch einmal Mona Lisas Blog ans Herz legen. Es gibt dort Bücher und Gedichte.

Die Süddeutsche über Hannah Kirchner, die den Nazis zu widerstehen versuchte.

Auf den Treppen des Windes: Rolf Bossert.

Gelesen:

Ilma Rakusa, Mehr Meer (bzw. bin ich noch dabei, weil ich diese Woche kaum zum Lesen gekommen bin).

Gehört:

Sauer (sehr hörenswert: ein Podcast von Chajm Gurski und Juna Grossmann über das Attentat auf die Synagoge in Halle)

Aus gegebenem Anlass: Die Ballade von der Höllen-Lili

10 Kommentare zu „45. Woche

  1. Gratulation zu 26 Jahren Waschmaschine – das hab ich noch nie erreicht (und bin darob
    ein bisserl neidisch).
    Ich lese sehr gerne hier und von den Stürmen bekomme ich nichts mit, da ich unbetwittert, -instagrammiert und -fasebooked bin (nur falls Sie auch bei letzteren zwei vertreten sein sollten, was ich nicht weiß und glaube).
    Mit lieben NichtnurTanz-Grüßen – dafür aber – fürs Tanzen – ganz besonders, Ev

    1. Facebook und Instagram nutze ich nicht. Twitter war anfangs nur ein Mittel, mit Hobbytänzerinnen aus der ganzen Welt in Verbindung zu bleiben, die ich nur durch ihre jeweiligen Blogs kannte. Dann kamen mehr Follower, mehr Themen und in letzter Zeit auch das eine oder andere Mal Ärger.

  2. Im Ernst, ich lese…und neide quasi instant Ihren Schreibstil. Also, im positiven Sinne!
    Wie nur kann es sein, dass ich hier nie vorbeikam!? Chapeau!

    Also, fest vorgenommen: Ich komme wieder (*hierTerminatorStimmeeinsetzen*)
    Aber nur das Eine für heute:
    Das mit „Italien, aber da will ich nicht hin!“ sollten Sie bitte überdenken!
    Ich hätte Empfehlungen! Sofern es gewünscht wird, natürlich.

    1. Freut mich, wenn Sie wiederkommen. Bitte seien Sie nicht neidisch auf das Geschreibsel hier, das nicht einmal meinen eigenen Ansprüchen genügt. Und Italien und ich, das ist ein nicht ganz einfaches Thema.

  3. Die stillen Winter, wenn alles dunkler, gedämpfter, innerlicher wird – die scheinen in den Städten zumindest ausgestorben, was ich sehr schade finde.
    (Brest ist in einem halben Tag erreichbar, las ich mit Staunen.)

  4. Ach, eine neue Waschmaschine! Glückwunsch! Meine vorige hat nichtmal 10 Jahre gehalten, und trotzdem scheint es so zu sein, dass sich die Programmauswahl mit jedem Hersteller und jeder 5-Jahres-Generation ändert. Habe ich erstmal an meine Standardprogramme gewöhnt, gibt es die bei der nächsten Maschine garantiert nicht. Ebenso mit dem Trockner. Man muss wirklich jedes Mal neu lernen. ;-) Viel Spaß dabei wünsche ich! Irgendwann hast auch du die 3 Programme, die du immer nutzt, gefunden.

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