Ein Samstag im Mai

alltag-001-2018Gefunden, eigentlich schon am Freitag:

Das könnte auch gut als Motto über diesem Blog stehen.

Die Sonne scheint, die Vögel singen, aber mich überfällt eine Melancholie, deren Ursache ich nicht nachspüren will.

Der Flieder neben der Tankstelle ist geplündert, nur noch wenige Dolden sind geblieben. Ein großer Hund, der aussieht wie eine Mischung aus Beagle und Spitz, kommt mir entgegen.

Ich putze das Bad, dann die Küche, beides gründlicher als üblich. Wenigstens dazu ist die Melancholie gut, die mir heute jede Energie für andere Dinge nimmt. Als ich fertig bin, hat sich der Himmel verdunkelt und ein Wind ist aufgekommen.

Im Regen mache ich mich auf zum Training. Das Training vertreibt meine Melancholie nicht, aber ich muss ohnehin nur Farruca und Tientos üben. Beide sind nicht gerade für ihren Frohsinn bekannt.

Auf dem Rückweg habe ich plötzlich Heißhunger. Der einzige Laden in der Nähe, der noch geöffnet hat, hat nur vegane Lebensmittel. Mehr muss ich, glaube ich, nicht erzählen. Nichts gegen Veganer, aber ich bin nun mal keine.

Zu Hause angekommen, ist meine Fußmatte weg und mein Nachbar springt in der Unterhose im Flur herum. Da sich bereits jemand um ihm kümmert, beschließe ich, dass ich die Geschichte dazu heute nicht mehr hören will.

Während die unmittelbare Nachbarschaft beschäftigt ist, schaue ich die Arte-Mediathek leer.

Das Leben ist manchmal wirklich ein langer ruhiger Fluss. Allerdings nicht so sehr für den Nachbarn, fürchte ich.

Nachtrag: In der Nacht geistert der Nachbar im Haus herum und klingelt bei mir. Ich mache nicht auf, weil er manchmal gewalttätig wird. Trotzdem komme ich mir schlecht vor und lausche noch im Halbschlaf, ob die Geräusche vor der Tür darauf hindeuten, dass er Hilfe braucht. Es hört sich aber nicht so an.

Dies war nun ein weiterer Beitrag zu Ullis Alltags-Blogparade.

 

7 Gedanken zu „Ein Samstag im Mai

  1. Die Melancholie hat mich gestern auch besucht und will noch gar nicht weiterziehen, ob es der Schnee auf den Apfelblüten gewesen ist? Putzen könnte ich auch mal wieder … heute nicht, nur, wie jeden Tag eine Runde fegen.
    Herzlichen Dank für deinen Beitrag, den Nachbarn finde ich beunruhigend, ich hätte aber auch nicht die Türe geöffnet, wenn er gewalttätig werden kann, und ja, ich hätte auch ein schlechtes Gewissen gehabt. Manchmal wäre ein dickeres Fell schon gut!
    Liebe Grüße und einen schönen Sonntag wünsche ich dir,
    Ulli

  2. Die Melancholie überfällt mich, natürlich, auch gelegentlich. Gut ist, dass ich sie inzwischen besser wahrnehmen und einrodnen kann – immerhin.
    Und mir dem Nachbarn ginge es mir genauso.
    Ich würde wohl dazu neigen im Zweifel eher Profis zu verständigen als mich selbst unmittelbar einzusetzen. Aber was weiß man schon, wenn man nicht in der konkreten Situation ist.

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