Ein Samstag im Januar.

Ulli vom Café Weltenall möchte zum dritten Mal wissen, was wir am ersten Samstag des Monats so machen.

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Ich lasse den Morgen langsam anfangen und lese erst einmal ein halbes Stündchen mit dem neuen, wasserdichten E-Book-Reader in der Badewanne. Ich hätte ja gerne mehr Bücher auf Papier, aber die Wohnung ist klein und die Regale voll. Von Zeit zu Zeit miste ich aus, und dann kann ich auch wieder das eine oder andere Herzensbuch auf Papier unterbringen. Aber nicht heute. Schwesterchen hat mir zu Weihnachten einen Büchergutschein geschenkt. Den löse ich ein für ein E-Book, für das ich ansonsten kein Geld ausgeben würde. Als ordentliche Feministin sollte man dieses Buch gelesen haben, heißt es jedoch allenthalben. („Allenthalben“ in einer Filterbubble, die ich gelegentlich zum eigenen Amüsement besuche, von der ich mich aber größtenteils fernhalte. Gewisse Extreme sind nichts mehr für meine Nerven.)

Vorm Balkon schneit es weiterhin, aber mir gelingt kein Foto. Auf dem Weg zum Einkaufen sehe ich die erste Tankstelle für Elektrofahrzeuge. Bestimmt gibt es dafür einen Fachausdruck, aber er fällt mir gerade nicht ein, und ich bin auch gar nicht mehr sicher, ob ich ihn kenne.

Mittags gibt es einen Rest spanischen Birneneintopf mit Würstchen. Wie jeden Samstagnachmittag gehe ich Tanzen (oder wie immer man das in meinem Fall nennen mag). Mir gelingen Sevillanas mit Kastagnetten, Tango de Málaga und Guajira. Petenera, Farruca und Siguiriya sind – wie einmal eine nette Lehrerin sagte – ausbaufähig, d.h. ich muss wohl wieder mehr daran arbeiten. Immerhin rutscht mir in den Peteneras nicht mehr dauernd der Mantón von den Schultern, was natürlich auch an dem alten T-Shirt liegen kann, das ich darunter trage.  Für die Tientos bin ich zu geschafft; ich verschiebe sie auf nächste Woche. Zufällig erfahre ich, dass die Tänzerin Milagros Mengíbar im Februar bei München auftritt und auch Tanzunterricht geben wird. Ich kaufe eine Karte für den Auftritt. Für den Workshop bin ich zur Zeit leider rein körperlich nicht fit genug. Wahrscheinlich ist das die letzte Gelegenheit, bei ihr Unterricht zu nehmen. Immerhin ist die Dame 66 Jahre alt, und das ist ein Alter, in dem sogar Flamencotänzerinnen langsam in Rente gehen. Dabei gefällt mir ihr Stil sehr.

In Ungarn protestieren Tausende gegen Orbán. Endlich. Ich schreibe an diesem Blogeintrag und parallel an einem anderen, der am 11. Januar fertig sein soll. Und höre Musik: Istanbul

8 Gedanken zu „Ein Samstag im Januar.“

  1. Geh doch trotzdem zu dem Workshop, allein sie zu hören und zu sehen ist vielleicht sehr bereichernd? Umsetzen kannst du es ja später, wenn du wieder fitter bist. Ansonsten: in der Wanne lesen – genau mein Ding.

    1. Wenn ich die Tänzerin persönlich kennen würde, würde ich fragen, ob ich zuschauen darf, aber viele Lehrer mögen das nicht. Der Workshop dauert dreieinhalb Stunden. Zur Zeit bin ich gerade mal wieder so weit, dass ich mit Pausen zwei Stunden hintereinander trainieren kann.

  2. Tanzen … mit langsamen Schritt, das ist ein feiner Teil des Alltags – ich tanze oft mit mir allein in der Stube, da gibt es kein richtig oder falsch ;)
    Hab herzlichen Dank für dein Fenster in deinen Alltag,
    liebe Grüße
    Ulli

  3. Die vollen Regale kenne ich und nur weil ich einen winzigen Raum habe, der zu nichts zu gebrauchen ist, stören mich all die Bücher nicht. Ab und an fasziniert es mich noch…die alltäglich gewordene Vorstellung auf diesem winzigen kleinen Ding, ein gutes Stück der vorhandenen Literatur mit sich herum schleppen zu können.

  4. Pingback: Alltag 4 |

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