01. September 2018

Um halb drei am Morgen wache ich auf. Es regnet noch immer, aber nicht einmal der Regen kann mich wieder in den Schlaf singen. Früh um fünf duftet die Straße, um halb sechs mischen sich schon wieder Abgase in den Regenduft, der noch nicht herbstlich ist. Wie denn auch, am ersten September?

Zur Feier des Tages Meersalzbutterbrot mit Aprikosenmarmelade, eine unvergleichliche Kombination aus süß und salzig. Danach Einkaufen, wobei ich fast von einer Luxuskarosse überfahren werde. So viel zum Thema „Großstadtradeln“. Nach dem Einkaufen lege ich mich wieder hin und schlafe fast bis mittags. Weitergelesen im empfohlenen Buch (siehe 31. August 2018). Suppe gekocht, ein bisschen getwittert.

Flamenco getanzt; die Farruca und die Tientos nehmen endlich Form an. Zu Hause dann in den WordPress-Reader geschaut und erfahren, dass Juna vom Blog Irgendwie Jüdisch unter die Autorinnen gegangen ist.

***

Ich frage mich, wieso mir das Tagebuchbloggen zur Zeit ein Bedürfnis ist. Herr Buddenbohm hat vor einiger Zeit angeregt, dass wir wieder damit anfangen sollten. Tagebuchbloggen hat aber etwas von Selbstbespiegelung, mitunter sogar von Selbstbeweihräucherung, was mir eigentlich unangenehm ist, zumal in meinem Leben derzeit ja so gut wie nichts passiert. Arbeiten, essen, schlafen, ein bisschen lesen, ein bisschen tanzen. Manche Dinge, z.B. Fortschritte und Rückschläge beim Tanzen, möchte ich wenigstens in Stichpunkten festhalten. Das Blog ist anscheinend zur Zeit ein Sudelheft. Ich spare mir damit die Zettel, die dann doch verloren gehen, die unzähligen angefangenen und nie vollgeschriebenen Notizbücher zu den verschiedenen Themen meines Lebens. Das eine Notizbuch, das man gerade braucht, ist ja immer woanders, wohingegen das Blog stets zugänglich und immer problemlos zu finden ist. Außerdem nimmt das Blog keinen zusätzlichen Platz im Regal weg. Andererseits wird das Blog ja doch von einer Handvoll Leute gelesen, so dass ich – anders als in einem Tagebuch, das daheim im Regal verstaubt – nicht völlig offen und ehrlich schreiben kann. Ich bin ziemlich sicher, dass ich meine Leser_innen mitunter langweile. Aber Sie müssen hier ja nicht lesen.

 

10 Gedanken zu „01. September 2018

  1. Ich empfinde als disziplinierend, wenn es dreivier Leute gibt, die lesen, was ich schreibe. Das ist eine der Schönheiten des Bloggens: daß Sorgfalt zumindest gefühlt nicht für die Katz ist.
    Was Ihr Tagebuchbloggen betrifft, so trägt es eine sehr eigene Stimme und enthält eine Fülle schöner (und weniger schöner) Geschichten und Beobachtungen, die mir Freude machen. (Oder wie sonst man diese Sorte Bereicherung nennen soll.) Insofern.

  2. Von wegen Sudelheft. Wie die Frau Laktritze finde ich Ihre Beobachtungen eine ungeheure Bereicherung, da Sie eben nicht meiner zu erwartenden Filterblase entstammen.

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