Geschichten und Meer

(Irrelevantes von den billigen Plätzen)

Schmutziges Gold

11 Kommentare

Ich kann mich irren. Man kann sich immer irren. Sollte ich mich aber nicht irren, dann habe ich mal wieder einen ziemlich üblen Geschmack im Mund. Die „Goldenen Blogger“ sind mehr oder weniger an mir vorbeigegangen. Aber natürlich flogen auf Twitter auch mir die Namen der Sieger_innen um die Ohren.  Die Kaltmamsell hat sich ihren Preis über lange Jahre redlich erarbeitet, und das verdient Respekt. IrgendwieJuna gratuliere ich von ganzem Herzen. Juna ist ein Diamant. Andere Blogger_innen erschienen mir überbewertet, von wieder anderen hatte ich noch nie etwas gehört. Das ist eben der Lauf des Internets: Perlen liegen in dunklen Ecken, aber Talmi funkelt manchmal im Licht. (Da der vorige Satz bereits einmal missverstanden wurde, hier die Erläuterung: „Perlen“ und „Talmi“ bezieht sich weder auf Nominierte oder Preisgekrönte, sondern auf Blogger_innen im Allgemeinen. Natürlich beurteile ich Blogs und Blogger_innen rein subjektiv und erhebe nicht den Anspruch, dass meine Meinung irgendeine allgemeine Gültigkeit hätte. Alles klar? Wenn nein, fragen Sie in den Kommentaren. Ich werde mich bemühen, zu antworten.)

Ich fände es auch äußerst schwierig, unter der Vielzahl der mit Herzblut schreibenden Menschen im Internet einen oder fünf oder sieben herauszugreifen, der oder die dann die Besten sein sollen. Die Verleihung habe ich mir nicht angesehen, allerdings ist ja dieses Internet manchmal eine Klatsch- und Tratschbude, und so kommt selbst so eine Einsiedlerin aus Selbsterhaltungstrieb wie ich nicht umhin, gewisse mehr oder weniger unangenehme Dinge geradewegs oder auch auf Umwegen zu erfahren. Es wurde im Zuge der Verleihung, so entnahm ich zwei Tweets, die man mir in die Timeline spülte, auf der Bühne gefragt, wer denn der Don Alphonso sei. Eine der Antworten hier. Die andere war sehr viel vulgärer, aber leider (zum Glück?) finde ich sie nicht mehr. Man kann zu Don Alphonso stehen wie man will, aber dass Äußerungen, die einen langjährigen und hochtalentierten Blogger auf offener Bühne diffamieren, toleriert werden, wirft ein Licht auf die Veranstaltung, für das ich mich schämen würde. Ich weiß nicht, ob Veranstalter_innen oder Moderator_innen sich dazu geäußert haben oder sich bei Don Alphonso wenigstens hinterher entschuldigt haben. Das Don-Alphonso-Bashing ist ja niemals ganz weg. Zur Zeit wird auf Grund dieses Texts bzw. der dazugehörigen Fotos mit Genuss ein Shitstorm zelebriert. Man kann den Text kritisieren, man kann die Fotos kritisieren, aber warum gießt man seine Kritik dann nicht in die Form eines sachlichen Kommentars? In den Kommentarspalten ist ja genug Platz,  der Autor/Moderator ist umgänglich und schaltet fast alles frei. (Ich höre nun von anderen Feministinnen, gerade dies sei nicht der Fall. Meine Erfahrungen mit Don Alphonso sind in dieser Hinsicht durchweg positiv. Persönliche Angriffe habe ich nur von seinem Kommentariat, nie von ihm selbst, erlebt.) Man hätte dann bei der FAZ vielleicht auch einmal prozentual weniger schwarzbraunes und mehr rotes Gedankengut in den Kommentaren. (Denn es ist wahr: Don Alphonso, der mehrmals öffentlich und glaubhaft versichert hat, keine Sympathien für die AfD oder Reichsbürger zu haben, hat ein Kommentariat, in dem AfD und Reichsbürgersympathisanten laut krakeelen.)

Am vergangenen Wochenende, an dem ganz woanders auch einiges passiert ist, kam mir irgendwann einmal der Gedanke an Höflichkeit und Etikette. Ich bin in Fragen der Etikette unsicher. Wenn ich nicht weiß, was die korrekte Verhaltensweise wäre, tue ich das, was ich als menschenfreundlich ansehe. Don Alphonso polarisiert und haut, wie eine entfernte Blognachbarin mir einmal schrieb, „gerne auf die Kacke“, jedoch habe ich keinen Grund, an ihm zu zweifeln. Ich weiß ein paar Dinge über ihn, und diese Dinge bewirken, dass ich die Hand für ihn ins Feuer legen würde. Ich verlange nicht, dass Sie dasselbe tun, aber vielleicht lassen Sie ein wenig Menschenfreundlichkeit walten. Jede_r von uns ist auf andere Art verletzlich; die einen verkriechen sich, wenn sie verletzt werden, die anderen schlagen um sich. Was Don Alphonso gerade passiert, könnte auch Ihnen passieren.

Ich bitte um gefällige Beachtung: Einige Kommentare unter diesem Blogeintrag und meine Antworten darauf wurden auf Wunsch der kommentierenden Person gelöscht. 

Autor: Geschichten und Meer

Kontakt: geschichtenundmeer@t-online.de

11 Kommentare zu “Schmutziges Gold

  1. Meine Liebe, danke für Deine Gedanken dazu. Ich kann Dir nur beipflichten. Die Dinge ändern sich auf unangenehme Weise. Vielleicht ändern sie sich auch nicht und wir tun es? Wie dem auch sei…die Frage der Höflichkeit ist u.a. ein Grund, warum ich mich auf Twitter letzthin so rar machte. Daher nochmals Dank für Deine Zeilen.

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  2. Es wäre so so schön, wenn all die Damen, die nun mit so vielen Worten gegen die persönlichen Beleidungen von Don Alphonso eintreten, sich auch so klar zu den rassistischen und Rassismus bedienenden Bilder nund Texte von ihm äußern würden und klar Stellung beziehen. Tja, weit gefehlt. Ich habe das übrigens getan, wurde bei ihm nicht freigeschaltet. Dafür wird dort in den Kommentarspalten eifrig Rassentheorie diskutiert.

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  3. Ich habe ein Weilchen darüber nachgedacht, ob ich mich hier an dieser Stelle melden soll, schließlich habe ich Sie gebeten, mich auf Twitter zu blocken und das haben Sie auch getan, womit eine weitere Kommunikation deutlich nicht erwünscht ist. Dennoch hat durch die Einmischung von tikerscherk die Sache eine andere Dimension für mich erhalten, weshalb ich doch noch etwas hinzufügen möchte. Sie ermutigen Menschen in diesem Beitrag ja dazu, das zu tun. Sie haben mich gefragt, was ich über Ihren Freund weiß und ich würde Sie nun gern fragen, was Sie über mich wissen, um mich die Art und Weise zu attackieren, wie sie es getan haben.
    Ich habe Ihren Freund nirgends erniedrigt, beschimpft oder auch nur ins Zentrum dieser Sache gestellt. Es geht mir also nicht um ihn, weshalb ich auch nicht mehr über ihn als Person wissen muss. Es reicht, seinen Text zu lesen, um ihn zu kritisieren. Er ist nicht irgendein Blogger, der exponiert wird, er erhält von der größten Tageszeitung Deutschlands ein Gehalt für das, was er tut. Und darum ist die FAZ und nicht ihr Freund mein Ansprechpartner. Und darum ist es irrelevant, ob er auch andere Qualitäten hat oder in Ihren Augen ein freundlicher Mensch ist. Es ist trivial, aus dieser Sache eine persönliche zu machen, weil es weder um mich als Person noch um Herrn Meyer als Person geht.
    Sie scheinen politisch nicht weit von meiner eigenen politischen Haltung entfernt zu sein, weshalb ich nicht verstehen kann, dass Sie einen menschenverachtenden Tag wie „Fressfeinde“ als ironisch bezeichnen. Man muss nur kurz überlegen, ob schwarze Menschen das ebenfalls ironisch fänden, um zu erkennen, dass man hier ein Haltung verteidigt, die gewisse Menschen ausgrenzt. Rassismus ist nicht immer nur „Heil Hitler“, das wäre ja einfach. Und das fordert einen auch nicht heraus. Wenn Sie aufrichtig im Geiste von Menschen wie Ignatz Bubis politisch agieren möchten, dann wäre es wichtig, Loyalitäten zu nutzen, um Freunde auf ihr Fehlverhalten aufmerksam zu machen. Wie soll man ansonsten gegen Rassismus oder Sexismus vorgehen können, wenn man bei Freunden eine Ausnahme macht?
    Ich habe jedenfalls das Recht mich gegen rassistische Äußerungen zu wehren und die Plattformen, die mir zur Verfügung stehen, zu nutzen. Herr Meyer nutzt seine Plattformen und kann sehr wohl für sich selbst einstehen. Er kontrolliert seine Worte und sein Auftreten in der Öffentlichkeit, anders als die von ihm portraitierten Männer. Wenn Sie um Ihren Freund besorgt sind, dann stehen Sie ihm gern bei. Aber bitte attackieren Sie nicht jene, die an ihm Kritik üben. Ich werde derzeit auch von AfD-Anhängern und anderen Rechten massiv beschimpft. Ist das wirklich die Gesellschaft, die Sie pflegen möchten? Wenn Sie meine Art, meinen Ton oder mich nicht mögen, gut. Was soll’s. Ich habe stets versucht einen angemessenen Ton zu wählen. Er gefällt ihnen nicht, naja, mir gefällt sein Ton nicht. Und die Art, wie Sie mich auf Twitter selbstgerecht und ignorant und arrogant genannt haben auch nicht.

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    • Ich habe Sie, soweit ich mich erinnere, weder arrogant noch ignorant genannt. Selbstgerecht ja, dazu stehe ich, das ist der leider der Eindruck, den ich von Ihnen gewonnen habe. Möglicherweise ist der Eindruck falsch, ich weiß es nicht. Möglicherweise sind Sie außerhalb von Twitter ein umgänglicher Mensch, wer kann das wissen?

      Sie haben D.A. massiv angegriffen. D.A. ist jemand, den ich sehr schätze, obwohl ich seine Meinung zu vielen Dingen nicht teile. Im direkten Kontakt habe ich ihn mehr als einmal darauf hingewiesen, dass ich seine Meinung oder sein Handeln für falsch halte. Ich tue das nicht öffentlich, und dafür habe ich Gründe, die Sie nichts angehen. Sie können mir auch nicht verbieten, ihn gegen Angriffe zu verteidigen. Ihre Äußerungen in Bezug auf D.A. empfand ich als massiven Angriff. Ich finde es bezeichnend, dass Sie sich im Recht fühlen, wenn Sie eine Person angreifen, aber Antworten im gleichen Ton als beleidigend empfinden.

      Tatsächlich sind Ihre und meine politische Haltung nicht so weit voneinander entfernt, und für Diskussionen bin ich in der Regel zu haben. Sie jedoch haben etwas (in meinen Augen) Unverzeihliches getan: Sie haben nicht nur D.A. sondern auch Frau Tikerscherk auf (in meinen Augen) unfaire Weise angegriffen. Deshalb, und nur deshalb, ich Sie blockiert und deshalb bitte ich Sie auch, sich in Zukunft von diesem Blog fernzuhalten.

      Im Übrigen möchte ich Sie bitten, Ignatz Bubis aus dieser Angelegenheit herauszuhalten. Er hat nichts damit zu tun.

      Weitere Kommentare Ihrerseits werden hier nicht freigeschaltet, da ich keinen Sinn darin sehe, diese Angelegenheit noch weiter zu diskutieren. D.A. hat mir geschrieben, die FAZ wolle diese Angelegenheit klären, und mit der FAZ habe ich nichts zu schaffen, außer, dass ich sie gelegentlich lese. .

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  4. @assllime Vielen Dank für Ihre Beharrlichkeit in diesem Punkt. Ich teile Ihre Ausführungen, auch zum Thema Loyalität. Ich verstehe nicht, wie Frau Meer nicht erkennen kann, dass Sie sehr sachlich und zu Recht kritisieren, wie die FAZ und Don Alphonso unwidersprochen Rassisten und Verschwörungstheoretikern eine Plattform bieten. Frau Meer scheint sich in diesem speziellen Fall in einer unüberwindbaren kognitiven Dissonanz zu befinden. Passen Sie auf sich auf, denn Don Alphonso wird im Gegensatz mit zu Ihnen persönlich werden und sein rechtes Gefolge auf Sie hetzen. Ich bin gespannt, ob Frau Meer sich dann auch in Schutz nimmt.

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