Jahresrückblick?

Da ist, wenn Sie mein Blog rückwärts lesen wollten, anscheinend nicht viel, worauf man zurückblicken könnte. Es war, was das Blog betrifft, kein gutes Jahr. Ein Plagiat, ich weiß immer noch nicht, ob beabsichtigt oder unbeabsichtigt. Eine Mail, die ich als arrogant empfand und die mich mehr ärgerte als das mögliche Plagiat. Noch schlimmer: das Gefühl, dass mir da jemand Freundschaft vorgespielt hatte. Plötzlich auf Twitter oder in den Kommentaren auftauchende Freund_innen des absichtlich oder unabsichtlich plagiierenden Rehleins, die anscheinend versuchten, mich auszuhorchen. Unter diesen Umständen habe ich erst einige Texte mit und ohne Widmung gelöscht, die ich nicht mehr sehen mochte, dann das ganze Blog bis auf die URL.  In so einer Situation fühlt man sich beschmutzt, der Magen krampft sich zusammen, und man verliert das Vertrauen in die Leser_innen. Ich habe in dem Zusammenhang einige Mails bekommen, meist freundliche und solidarische. Wenn ich darauf abweisend und distanziert reagiert habe, dann hatte ich meine Gründe. Ich bin naiv, ich fasse leicht Vertrauen. Ich war, ich fasste. Praeteritum. Oder vielmehr Imperfekt, die nicht vollendete Vergangenheit. Nicht vollendet, da das zerbrochene Vertrauen ja bleibt. Es wird nicht wieder vorkommen, dass ich Menschen vertraue, die ich nur durch ihre Blogs kenne. Mit einer Ausnahme, aber die Ausnahme kann ja auch Dämonen bändigen. Hier, im Blog, war einmal der Ort, an dem ich keinen Stacheldraht um mich zog. Der Ort, an dem ich offen war. Zu offen, wie sich herausgestellt hat. Aber jetzt soll es  endlich genug sein mit der leidigen Plagiatsgeschichte.

****

Was noch? Rassistische „Ninjas“ aus dem Ruhrpott. Entschuldigung, mit Arroganz und Selbstüberschätzung kann ich auch bei Ninjas nicht leben. Diverse Damen, die – per Mail oder per Kommentar – den geschätzten, wenn auch entfernten Blognachbarn zu diskreditieren versuchten. Auf so etwas reagiere ich  sehr ungnädig. Die üblichen Maskutrollkommentare, die sogleich gelöscht wurden. Ich habe nichts gegen Diskussionen. Da, wo sie sinnvoll sind.  Leider habe ich wenig Sinnvolles gesehen. Insgesamt wenig Lust, mich zu Politischem zu äußern. Das können andere ohnehin besser. Geschichtchen. Da ich nicht an Selbstüberschätzung leide, weiß ich, dass manche Geschichten auf meinem Blog eben nur Geschichtchen sind.

Jahresrückblick aufs Blog? Lieber nicht. Ich mag’s nicht mehr sehen.

Wenigstens war das Leben abseits des Blogs o.k. Mit ein paar Abstrichen in puncto „Beruf“. Der Beruf ist halt leider jetzt nur noch ein Job. Tant pis. Andererseits habe ich meine ersten juristischen Texte übersetzt. Eine Achterbahnfahrt. Blut und Wasser habe ich geschwitzt, aber es war toll.

Na, dann auf ein Neues (Jahr)! Vielleicht muss man sich das Jahr selbst neu machen.

Und Bach:  Gottlob, nun geht das Jahr zu Ende.