Großmuttertag

Meine Großmutter war eine Bauersfrau. Als ich noch ein Kind war, besuchten wir sie manchmal an Pfingsten, aber da war sie schon keine Bäuerin mehr. Das Bauernsterben hat bei uns schon früher angefangen als anderswo. Nach Erde roch sie  immer noch, nach Erde, nach gutem Essen  und nach sauberer Schürze. Die Schürzen meiner Großmutter waren blau, vielleicht hatte sie auch eine graue, aber ich erinnere mich nicht genau. Sie hatte einen „Grabegarten“, ein Stück Land, auf dem sie Gemüse anbaute. An dessen Rand standen Beerensträucher. Schwarze Johannisbeeren, rote Johannisbeeren, und Stachelbeeren, eine ganz besondere Sorte: klein, dunkelrot und süß. Mein (südhessischer) Vater spottete über die Stachelbeeren und nannte sie „die nordhessische Südfrucht“, aber den Stachelbeerkuchen aß er trotzdem ganz gerne, glaube ich. Im Sommer duftete meine Großmutter auch nach diesen Stachelbeeren. Zu Pfingsten schickte sie einen ihrer Schwiegersöhne in den Wald, um belaubte Zweige zu schneiden. Die Zweige wurden über der Tür aufgehängt und bildeten einen Bogen, der die Eintretenden begrüßte. Oder vielleicht begrüßte er auch den Sommer. Vielleicht wollte meine Großmutter es dem Sommer angenehm machen, damit er bliebe. Denn der Sommer ist launisch, da wo ich herkomme. Trotzdem scheint es mir in der Erinnerung, als sei Pfingsten in meiner Kindheit immer sonnig gewesen. Pfingsten – Píngesten, wie es in ihrem Dialekt hieß – ist Großmuttertag.

Twitteraccount gehackt

Heute Nacht habe ich festgestellt, dass mein Twitteraccount gehackt wurde. Ich habe alle empfohlenen Maßnahmen ergriffen. Ob WordPress oder E-Mail ebenfalls betroffen sind, weiß ich nicht. Sollten Sie also seltsame Nachrichten bekommen haben oder sonst etwas Auffälliges bemerkt haben, lassen Sie es mich bitte wissen. Vielen Dank.

Natürlich frage ich mich, wer das gewesen sein könnte, und da kommen einerseits Rechte in Betracht, mit denen ich mich bisweilen anlege, andererseits aber auch die linken Genoss_inn_en, denen es nicht passt, dass ich den Don Alphonso lese, verlinke, zitiere, retweete. Eine Zeitlang habe ich wöchentlich Nachrichten erhalten, in denen ich mehr oder weniger nachdrücklich aufgefordert wurde, mich von Don Alphonso fernzuhalten.

Es gibt noch eine dritte Möglichkeit, aber daran möchte ich gar nicht denken.

Erste Liebe

Ich will doch nur dein Bestes, sagt die Mutter. Damit du hinterher nicht enttäuscht bist.

Du bist dick und dumm, hört die Tochter. Aber Andreas findet mich hübsch, rechtfertigt sie sich.

Das meint der nicht ehrlich, antwortet die Mutter und wirft einen Mutterblick auf Brille, Zahnspange, Pickel und breite Hüften. Du kennst doch Andreas. Heulst Du schon wieder? Hast Du schon den Abwasch gemacht? Den Müll runtergetragen? Etwas anderes getan als gelesen?

Mutterliebe. So überzeugt von sich.

Kleine Dinge, die glücklich machen

z.B. mit einem Fächer, der kein Tanzfächer ist, tanzen und feststellen, dass auch das geht. Die Wirkung ist aber eine völlig andere. Der Fächer ist zwar bei manchen Bewegungen leichter zu handhaben, aber das ungewöhnlich geringe Gewicht irritiert.

Natürlich kann ich mit dem großen Tanzfächer („pericón“) üben, aber der kleine mit dem Rosenmuster bereitet  im Moment einfach viel mehr Vergnügen. Mein Spiegelbild im Studio bringt mich zum Lächeln, wenn ich den kleinen Fächer mit dem Rosenmuster bewege, indem ich mein Handgelenk drehe.

***

z.B. Flieder. Ich hätte zu gern ein paar duftende Zweige in einem Glas auf meinem Tisch, aber ich kann mich nicht überwinden, sie von einem der vielen Sträucher im Viertel zu zu schneiden. Verzweifeln Maler, weil sie nur die Fliederblüten, nicht aber deren Duft malen können? Malen muss das elendeste Handwerk überhaupt sein. Andererseits: da hängt ein niederländisches Stillleben im Prado, da kann man die Zitrone schmecken.

***

z.B. Sie alle, Ihre Texte, Ihre Bilder, Ihre Kommentare.

Fundsachen 32

Kein leichter Text: Hannah C. Rosenblatt über Gewalterfahrungen, Kinderpornographie und mögliche Folgen für die Opfer.

Auf Twitter folge ich @Smiths_lovecat.  Sie bloggt auf Tumblr, und hier erzählt sie, wie es einer Spanierin beim Zahnarztbesuch ergehen kann

Übertriebene Frömmigkeit ist von Übel.

Ein böser Artikel über Bayern, CSU und Brauchtumspflege. (Nicht, dass nicht auch etwas Wahres daran wäre…)

Rechte „Zeitzeugen„. Das kalte Grausen.

Celia Cruz nimmt kein Blatt vor den Mund. Sagen Sie nicht, ich hätte Sie nicht gewarnt. Video.

18 Worte.

Mindestens. Aus dem Leben einer Aachenerin am Rhein und auf Reisen.

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