Zwölf von zwölf, aber doch nicht ganz

Um zwei Uhr nachts schwitzend aufgewacht, von Kopf bis Fuß gewascben.
Mörderische Rückenschmerzen

Ich kenn‘ dich nicht, aber ich wasch‘ dich trotzdem. (Nein, das Foto wollen Sie nicht sehen.)

Balkongestrüpp
Die andere Seite
Frühstück und Lektüre auf dem Balkon
Schlafzimmerblick. (Der Meerblick ist leider von der Wand gefallen.)
Arbeitsplatz, mit einem der drei Wechselstühle.
Beim Ausgehen den Mundschutz nicht vergessen.

Nach einem chaotischen Arbeitstag zu müde für weitere Fotos.

Anderswo

Im Stopfblog wird – na, was wohl – gestopft. Ich glaube, mich zu erinnern, dass meine Großtante, die Handarbeitslehrerin,  ein solches Gerät besaß und wir nach ihrem Tod nichts damit anzufangen wussten. Jetzt weiß ich es, aber das Gerät ist wohl im Müll gelandet.

Frau Fundevogel gedenkt. (und ich habe etwas über Frau Fundevogel erfahren, das ich weder wusste noch vermutet hätte. Bloggen öffnet Türen in andere Leben. Mir gefällt das sehr.)

Ev begegnet Alltagsmenschen

Rechter Terror und Gewalt in Westeuropa. Beängstigend, vor allem der Vergleich. 

Was sagt der Grabstein

Herr Ackerbau unterwegs.

Auf dem Balkon hat der Spätsommer begonnen. Blüten verwandeln sich in Samenstände. Einen Teil schneide ich ab fürs nächste Jahr, einen anderen Teil lasse ich stehen und hoffe, dass er irgendwo auf fruchtbaren Boden geweht wird. Kornblumen blühen noch, eine dunkelviolette Malve, Nachtschatten und auch das Bergbohnenkraut.

Ich trockne Lavendel. August ist die Zeit für Pfirsiche; am liebsten mag ich die roten Weinbergpfirsiche, die echten, die hier nicht wachsen. Plattpfirsiche sind kein Ersatz, aber es gibt eine fast weiße französische und auch eine griechische Sorte, die ein bisschen ähnlich schmecken. Wenn es heiß ist, esse ich Wassermelonenscheiben.

Müde bin ich von der Arbeit und der Schlaflosigkeit. Bücher öffnen Türen. Regen hüllt meine Butze ein und macht die Zeit der Pandemie etwas erträglicher. Neidisch sehe ich den Krähen nach, aber was weiß ich von Krähenangelegenheiten? Wären sie lieber woanders? Müssen sie einen Präsidenten wählen unter lauter unvernünftigen Kandidaten? Heiraten Krähen? Wütet unter ihnen etwa auch eine Pandemie?

Nebenan übt einer Gitarre. Unten auf der Straße krächzt einer, kein Kräherich, sondern bloß einer, der zeitlebens zu viel geraucht und gesoffen hat. Frau Mutter ruft an und redet ohne Punkt und Komma. Dieser Tage vermisse ich die Großonkel sehr.

Ich schreibe, und lese das Geschriebene nicht noch einmal durch.

Lavendel

Lavendel ernten, sagt die Bauerntochter aus Kroatien, sei eine schlimme Arbeit, weil man ihn im August in der größten Mittagshitze ernten müsse. Nur so dufte er getrocknet noch mit der gewünschten Intensität.

Der französische Lavendel auf dem Balkon blüht dieses Jahr früher als gewöhnlich. Er wird nicht weit reichen, aber doch weit genug um das kleine, herzförmige Kissen neu zu füllen. Nur ein Teil der Ernte, aber wo der herkommt, ist noch mehr:

gepunkteter Stoff: Trachtenmarkt, Gmund am Tegernsee / Herz: Weihnachtsmarkt, Gmund am Tegernsee / Lavendel: Balkon, Isarvorstadt / Tarteform: Japan

Haben Sie Verspannungen, im Rücken oder Nacken, fragt mich die Mitarbeiterin in der Praxis, die ich wegen der alle zwei Jahre anstehenden Mammographie aufsuche. Wie sie wohl darauf kommt? Auf ihre grobpfotigen Griffe hat mein Körper möglicherweise nicht mit der gewünschten Flexibilität reagiert. Nun ja, mein Rücken ist aus Eisen, wie Waldtraut Lewin sagt, aber in mehr als nur einer Hinsicht.

Bei der Hoffenden finde ich einen Eintrag über eine große Familie, und wie Familie bedeuten kann, einen Ort in der Welt zu haben. Das habe ich einmal auf einem Friedhof empfunden. Auf den Grabsteinen ringsum standen nur vier verschiedene Familiennamen, und mit drei der vier Familien bin ich verwandt. Mir kam der Gedanke, dass das vielleicht endlich der Ort sei, an den ich gehöre. Ich frage mich, ob es vielleicht ein ähnlicher Gedanke war, der Marie Sophie Hingst dazu verleitet hat, sich schreibend eine (jüdische) Familie zu erfinden.

Ich lese Angelika Schrobsdorff, Du bist nicht so wie andre Mütter. Der Roman berührt mich, aber ich kann nicht sagen, wieso.

Am liebsten hielte ich Winterschlaf, schreibe ich dem Schwesterchen. Ich arbeite zu Hause, gehe wenig aus, die Menschheit wird mir ungewohnt. Äußere Umstände machen diesen Monat zu einem ungemütlichen.

Manchmal gehe ich in die Bäckerei und kaufe ein einzelnes Stück Kuchen. Oft laufe ich aber einfach nur durchs Viertel und schaue. Auf dem Schlachthofgelände wird gebaut. Die Piazza Zenetti bekommt Rollrasen. Die Wildnis auf dem Balkon lockt Bienen, Hummeln und andere Insekten an.

Mitunter bin ich glücklich. Das Glück eines Vogels im Käfig.

Es passiert nicht viel. Das Mütterlein ist seelisch nicht auf dem Damm. Das weiß ich, weil sie unkonzentriert und vergesslich wirkt, was sie normalerweise trotz ihres Alters nicht ist. Zugeben würde sie es jedoch – im Moment – nicht. Das Mütterlein ist sehr stolz, deshalb frage ich lieber nicht nach.

Zwei Todestage diesen Monat, den einen hätte ich vergessen, wenn er nicht im Kalender stünde, der andere ist relativ frisch in der Erinnerung.

Der neue WordPress-Editor nervt, wenn er auch die eine oder andere nützliche Funktion bietet. Die Home-Office-Technik läuft derzeit; beim werten Kollegium scheint das nicht überall der Fall zu sein. Der eine oder die andere scheinen jedoch „ich konnte mich nicht anmelden“ als Euphemismus für „ich habe verschlafen / getrödelt“ zu verwenden. Dr. Kall schreibt wieder und plant, sein Blog aufzuräumen. Das sollte ich demnächst auch tun.

Ich nehme an Gewicht ab, ohne es beabsichtigt zu haben. Das tut mir aber ganz gut, denn ich bin zumindest als „pummelig“ zu bezeichnen, was mir grundsätzlich nichts ausmacht, solange es in einem gewissen Rahmen bleibt. Plötzlich habe ich Heißhunger auf Gurken, Tomaten und Möhren; Fleisch gibt es nur noch sonntags, bzw. manchmal auch montags, wenn etwas übrig bleibt. Das ist keine bewusste Ernährungsumstellung, sondern es hat sich in den letzten Wochen einfach so ergeben. Bis jetzt fühle ich mich wohl damit. Dass ich seit Monaten kaum tanze, macht sich an meiner Muskulatur bemerkbar, am meisten an den Oberschenkeln.

Sonntags fährt der erste Zug nach Agatharied um 06.04 Uhr. Nicht dieses Wochenende, aber an einem der nächsten werde ich ihn nehmen.

Anderswo

Der Schizophrenist hat Sehnsucht nach dem Meer und trifft einen Hasen.

Stricken Sie? Vielleicht ist das dann etwas für Sie.

Eine komponierende Ordensfrau aus Äthiopien. (Nein, Guardian, „singende Nonne“ ist zu wenig. Die meisten Ordensleute singen, nicht alle komponieren!) 

Idil Baydar ist eine beeindruckende Frau. In der Zeit spricht sie über Migranten und Polizei

Arme können nicht ins Home Office, weiß Sir Angus Deaton.

Georg Kreisler geht zur Arbeit