Bei der Oecherin habe ich das Wort Himmelsspektakel gefunden. Das erinnert mich daran, dass ich als Kind in einem Buch – ich glaube, es war einer der Kulla-Gulla-Bände – von der kindlichen Fantasie einer der Personen gelesen. Diese glaubte, man könne, wenn es blitzte, im Blitz einen Blick auf den Himmel erhaschen, wo Gott mit den Engeln beim Essen saß. Als Kind starrte ich deshalb angestrengt jeden Blitz an und bildete mir ein, einen Arm, ein Knie oder den Schatten eines Engels oder vielleicht sogar Gottes zu sehen.

Nachgedacht über Suizid*, und dass das wohl eine sehr dumme Entscheidung ist. Man will ja im Grunde nicht selbst enden, man will, dass „es“ endet. Was immer „es“ im Einzelfall auch sein mag.

*Nicht meinen eigenen, keine Sorge.

Zwei parallel gelesene Krimis beendet. Einen dritten angefangen, aber mir gefällt die Übersetzung nicht. Ich kenne die Autorin auch in der Originalsprache, da sind mir dümmliche Formulierungen wie in der deutschen Version bisher noch nicht aufgefallen. Ich blättere zurück, die Übersetzung stammt von einer Frau, die als kompetent gilt. Nun gut, jede hat schlechte Phasen, und auch ich habe mir den einen oder anderen Schnitzer geleistet, als ich noch regelmäßig übersetzte.

Auf dem Balkon halbherzig herumgeschnippelt. Mir tut es immer Leid, wenn ich Pflanzen zurückschneiden muss. Nach Möglichkeit lasse ich normalerweise Wildwuchs und Welken zu..

Balkontür, Küche und Bad geputzt, Wäsche gewaschen, auf Arte mehrere Folgen einer französischen Serie angesehen. Die Festplatte des Laptops bereinigt und so die zweite Geräuschquelle nach dem defekten Lüfter beseitigt. Den halbwöchentlichen Einkauf erledigt, auf einmal schaffe ich es nicht Obwohl ich spät dran bin, ist es angenehm leer. Vor der Bäckerei stehen sie schon wieder Schlange, also verzichte ich auf das dunkle Bauernbrot, das ich so mag. Ich führe ein Tagebuch über meine wenigen Kontakte, für den Fall der Fälle.

Der beste Ex der Welt ruft an. Er hat eine feste Stelle in Aussicht, nicht in seinem Beruf, aber er wird etwas anderes tun, was ihm Spaß macht. Ich hoffe, er bekommt die Stelle, das wäre eine große Sorge weniger

Das Laub, das gestern noch überwiegend grün mit bräunlichen Tönen war, ist nun leuchtend gelb. Wind und Regen haben es von den Bäumen geschüttelt, Rad- und Gehweg sind mit goldgelben Blättern bedeckt. Am Abend schaffen Straßenlaternen und Mondlicht eine unwirkliche Stimmung. Die Nonne, die mit großen Schritten in vernünftigen Schuhen in Richtung Kloster marschiert, wirkt als einzige unter den Passanten nicht fehl am Platz.

Umfrage

Falls Sie sich regelmäßig an Shitstorms beteiligen: Warum tun Sie das?

a) Weil Sie von der Sache / dem jeweiligen Anliegen überzeugt sind?

b) Weil Sie auf der richtigen Seite stehen und dies deutlich machen wollen? Denken Sie an die Bibel, den Pharisäer und den Zöllner.

c) Weil Sie Angst haben, Opfer des nächsten Shitstorms zu werden?

Zuschauer bei Steinigungen und Hexenverbrennungen müssen an b) und c) gedacht haben. Mir müssen Sie nicht antworten. Antworten Sie sich selbst.

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Man hält mich für technisch einigermaßen begabt, aber diese Begabung beschränkt sich auf Dinge, die eine Grobmotorikerin mit Hammer, Zange und Feile erledigen kann. Ein nicht mehr zu entsperrendes Handy übersteigt meine Fähigkeiten. Das Passwort war mir bekannt, es ließ sich nur nicht mehr eingeben. Laut den im Internet verfügbaren Anleitungen muss man nur ein paar ganz simple Zauberkunststücke in den erweiterten Einstellungen ausführen. Was in den Anleitungen nicht gesagt wurde: wie komme ich in die erweiterten Einstellungen, wenn das Handy gesperrt ist und ich nur noch SMS und eingehende Anrufe empfangen kann? Ich fand schließlich eine Anleitung für etwas, das man Hard Reset nennt, und das beim zweiten Versuch auch funktionierte. Dummerweise verlor ich dabei die Corona-Warn-App oder vielmehr die damit bisher angesammelten Daten, denn die App selbst ließ sich neu installieren.

Auf Twitter wird die Süddeutsche Zeitung als eine antisemitische Zeitung und der Musikkritiker Helmut Mauró als Antisemit bezeichnet. Ich vermisse in der Diskussion nachvollziehbare Kriterien, die zu diesem Urteil geführt haben. Mauró, den ich ansonsten schätze – nicht zuletzt, weil er einer der nicht sehr zahlreichen Musikkritiker in Deutschland ist, die ein wenig vom Flamenco verstehen – hat einen ziemlich schlechten Artikel über Igor Levitt geschrieben. Ich bin mit dem Artikel nicht einverstanden; für den Einsatz von Fackeln und Mistgabeln ist er jedoch nicht der passende Anlass. Übrigens machen Menschen Fehler, und so mag in der Süddeutschen der eine oder andere pro-palästinensische Artikel erschienen sein, der nicht begründet oder gerechtfertigt war, das will ich gerne zugeben. Aber die Medien in einem demokratischen Staat dienen der Meinungsbildung, und der Weg der Meinungsbildung ist ein steiniger Pfad, auf dem man mitunter stolpert.